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LOK Report – News von Donnerstag, 22.06.17

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
Vibrationen am ICE 4?
Absatzlinie
Landkreis übernimmt die Strecke
Waren (Müritz) - Malchow

Absatzlinie
VIIA-Britannica erhöht
Frequenz Calais - Le Boulou

Absatzlinie
Frecciargento Bari - Roma
startet am 28. Juni

Absatzlinie
Österreich: Bundesanstalt
für Verkehr wird aufgeteilt

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Frank Thomas

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckBundestag: Bahnverkehr im östlichen Bodenseeraum
Für die derzeitige Situation und die Perspektiven des Bahnverkehrs im östlichen Bodenseeraum interessiert sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. In einer Kleinen Anfrage (18/12719) machen die Abgeordneten darauf aufmerksam, dass die Bahnstrecken in dieser Region "teilweise nicht ausreichend leistungsfähig und störanfällig sind". So seien im ersten Quartal des Jahres 2017 auf der Strecke Stuttgart-Ulm-Friedrichshafen-Lindau nur 83,8 Prozent aller Regionalzüge pünktlich oder weniger als sechs Minuten verspätet gewesen. Bundesweit habe dieser Wert bei 95 Prozent gelegen.
In der Anfrage geht es den Grünen um die Südbahn zwischen Ulm und Friedrichshafen, die Bodenseegürtelbahn auf dem Abschnitt zwischen Friedrichshafen und Lindau sowie außerdem um die Bahnstrecke von Lindau über Memmingen nach München. Die Bundesregierung wird gefragt, inwiefern die definierten Bahnstrecken von den Mitteln aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV), von denen für Verbesserungs- und Ausbaumaßnahmen auf Baden-Württemberg und auf Bayern insgesamt 307,5 Millionen Euro entfallen, profitieren sollen oder schon profitiert haben. Gefragt wird auch, welche der acht Eisenbahnbrücken entlang der Südbahn und der Bodenseegürtelbahn, die sich in der Zustandskategorie 4 (dringend sanierungsbedürftig) befinden, in den kommenden Jahren nach Kenntnis der Bundesregierung voraussichtlich aus Mitteln der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II) saniert oder ersetzt werden sollen, und welche Auswirkungen dies auf den Bahnverkehr hat (Pressemeldung Pro Bahn, 21.06.17).

RechteckDeutsche Bahn: Regelbetrieb des ICE 4 ab Dezember 2017 nicht gefährdet
Die Deutsche Bahn AG (DB) weist Medienberichte zurück, wonach aufgrund von aufgetretenen Vibrationen bei einzelnen Wagen im Probebetrieb die Zulassung des ICE 4 angeblich gefährdet sei.
Im Rahmen des mehrmonatigen Probebetriebs des ICE 4 wurde mit zunehmender Laufleistung der beiden bereits fahrenden Testzüge ein hochfrequentes Vibrieren festgestellt. Dies stellte keine Sicherheitsbeeinträchtigung dar.
Eine kurzfristige Lösung für diese Komforteinschränkung konnte bereits gefunden werden. Parallel arbeiten der Hersteller Siemens und die DB daran, die bereits gefundene Lösung für diese Komforteinschränkung weiter zu optimieren.
"Genau aus diesem Grund führt die DB mit der 12-monatigen Einführungsphase des ICE 4 den längsten Test ihrer Geschichte durch: Um das Fahrzeug auf Herz und Nieren zu testen und eventuelle ‚Kinderkrankheiten' vor Start des Regelbetriebs zu beseitigen", sagt Berthold Huber, DB-Vorstand Personen-verkehr. "Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass die planmäßige Aufnahme des Regelbetriebs des ICE 4 im Dezember 2017 gefährdet ist."
"Wir haben uns beim ICE4 zusammen mit der DB bewusst dafür entschieden, Vorserienzüge einem intensiven Testbetrieb auf der Teststrecke sowie im realen Betrieb zu unterziehen. Die hier gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Serienfertigung der Züge ein. Das Projekt liegt im Zeitplan", sagt Jochen Eickholt, CEO der Siemens-Division Mobility (Pressemeldung Deutsche Bahn/Siemens, 21.06.17).

RechteckPro Bahn: Bilder von Menschen auf Gleisen nicht veröffentlichen

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert dazu auf, Foto- und Filmaufnahmen nicht mehr zu veröffentlichen, die Menschen in der Gefahrenzone von Eisenbahnschienen zeigen. In einem offenen Brief an Bilddatenbanken und -agenturen, Fotografen, Kameraleute und Soziale Netzwerke appelliert der Fahrgastverband an diese Unternehmen und Berufsgruppen, solche Aufnahmen nicht mehr anzufertigen oder zu veröffentlichen.
Die Gefahr sei groß, dass durch jede Veröffentlichung weitere Nachahmer solche Szenen nachstellen würden und Menschen dadurch Schaden nehmen. "Das Risiko wird von den allermeisten Menschen völlig unterschätzt – unter anderem, weil der Bremsweg von Eisenbahnfahrzeugen sehr viel länger als der von Straßenfahrzeugen ist", so Detlef Neuß, Vorsitzender des Fahrgastverbandes, in dem offenen Brief (Pressemeldung Pro Bahn, 21.06.17).

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Industrie

RechteckClearSy: Mehr Sicherheit im Bahnverkehr durch SIL-4 zertifizierte Relais
Der Mittelständler ClearSy bringt als erstes Unternehmen weltweit selbstprüfende Relais auf den Markt, die eine Öffnung der Kontakte auf Sicherheitsanforderungsstufe SIL 4 garantieren.
Seit Ende 2016 sind alle Relais nach EN 50129 und EN 50155 SIL 4 zertifiziert. Nach den neuen Bahnübergängen in Lyon werden sie in Kürze auch in die Straßenbahnlinie 2 in Nizza integriert sowie die künftige Straßenbahnlinie in Luxemburg-Stadt.
ClearSy ist Spezialist für Sicherheitssysteme und -software der Stufen SIL 0 bis SIL 4. Die Relais der Reihe RS4 sind mit verschiedenen Steuerspannungen von 24 bis 110 Volt erhältlich und verfügen über zwei bis vier Arbeitskontakte (NO) sowie zwei bis sechs Ruhekontakte (NC). In zwei Formaten erhältlich – als Gehäuse für die DIN-Schiene und 3U-Karte – gewährleisten die Relais eine galvanische Trennung von 2.000 Volt zwischen der Steuerung und den Kontakten.
"Unsere Relais sind für die härtesten Umgebungsbedingungen ausgelegt (-40 bis +70°C, Vibrationen/Stöße und Salznebel) und eignen sich damit für sämtliche Einsatzbedingungen", erklärt Projektleiter Patrick Péronne. Ende Dezember erfolgte die SIL 4-Zertifizierung der gesamten Produktreihe RS4 nach EN 50129 und EN 50155 durch Certifer.
Die Produktreihe RS4 ist ein entscheidender technischer Fortschritt bei der Sicherung kritischer Steuerungen für Bahnanwendungen auf der Strecke und an Bord. "Ein einziges RS4-Relais gewährleistet die Verfügbarkeit galvanisch getrennter Sicherheitskontakte ohne Notwendigkeit des Rücklesens in einem kompakten Format", erläutert Patrick Péronne.
Die Kombination aus Vorteilen im Bereich der Sicherheitsrelais und vergleichbarer Systeme ist einzigartig. "Die jüngsten Produkte der Reihe berücksichtigen bereits die Erfahrungen mit dem seit 2012 entwickelten Relais DIN 202 24 V, mit dem insbesondere die Bahnübergänge der Straßenbahn von Lyon ausgestattet sind", führt Patrick Péronne weiter aus. Luxtram hat sich für das Straßenbahnprojekt für Luxemburg-Stadt ebenfalls für dieses Relais entschieden, während Nizza die Version DIN 304 24 V bevorzugt hat.
Technische Merkmale der Produktreihe RS4:
• Nutzung von zwei internen Relais. Jeder NO-Kontakt des RS4-Relais entspricht zwei in Reihe geschalteten internen Kontakten. Wenn ein NO-Kontakt der internen Relais hängenbleibt, bleibt der NO-Kontakt des RS4-Relais offen
• Sperrung der Steuerung des RS4-Relais, wenn ein Kontakt eines der beiden internen Relais hängenbleibt. Auf diese Weise wird zuverlässig verhindert, dass bei beiden internen Relais des RS4-Relais gleichzeitig Kontakte hängenbleiben
• Sperrprinzip der SIL 4-Steuerung von Certifer validiert ebenso wie alles, was das Relais betrifft
• Interne Relais mit zwangsgeführten Kontakten entsprechend der Norm EN 50205 (um das Rücklesen der Kontakte und die Nicht-Überlappung zwischen Arbeitskontakten und Ruhekontakten zu gewährleisten)
• Hermetisch dichte interne Relais verhindern die Oxidation der Kontakte
• Diversifizierung der Komponenten, um gemeinsame Modi zu unterbinden.
• Auftreten von Kurzschlüssen unmöglich (Isolierabstand, hermetisch dichte Gehäuse der internen Relais usw.)
• PCB und Fertigungsrichtlinie IPC 610, Klasse 3
• Sicherheits- und Funktionstest zu 100 % an jedem produzierten Relais
• Werk nach IRIS zertifiziert
• ClearSy und seine Dienstleister sind nach ISO 9001 zertifiziert (Pressemeldung ClearSy, Business France, 22.06.17).

RechteckVDV: Verkehrsbranche diskutiert über autonomes Fahren im öffentlichen Verkehr
Am 22. und 23. Juni trifft sich die Verkehrsbranche beim 2. VDV-Zukunftskongress in Berlin, um über die Zukunftsszenarien des autonomen Fahrens im öffentlichen Verkehr zu diskutieren. Dabei geht es um den aktuellen Stand der Entwicklungen, um technische und politische Rahmenbedingungen und um die Perspektive internationaler autonomer ÖPNV-Projekte.
"Autonomes Fahren gehört neben der Digitalisierung und der Elektromobilität zu den großen Innovationsthemen der Verkehrsbranche. Deshalb ist es gut, dass sich die öffentlichen Verkehrsunternehmen regelmäßig mit der Industrie, der Wissenschaft und der Politik über die aktuellen Entwicklungen austauschen. Der Kongress hatte sich bereits im letzten Jahr, als er zum ersten Mal stattfand, als gute Plattform für Diskussionen und Fachgespräche rund ums autonome Fahren erwiesen. Dieses Jahr wird das auch so sein, das zeigt die gestiegene Teilnehmerzahl und die Bandbreite der Vorträge", so Martin Schmitz, VDV-Geschäftsführer Technik (Pressemeldung VDV, 22.06.17).

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Aus den Ländern

RechteckBrandenburg: 10 Jahre Brieselanger Bürgerbus
Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat heute den 100.000sten Fahrgast des Brieselanger Bürgerbusses begrüßt. Vor 10 Jahren haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammengetan und den Regelbetrieb auf zwei Stadtlinien an Wochentagen aufgenommen. Seit dem ist der rote Bus zum festen Bestandteil des Stadtbilds geworden.
"Ich gratuliere den ehrenamtlichen Busfahrerinnen und Busfahrern zu diesem Erfolg. Sie haben bewiesen, wie mit Kreativität und viel Engagement gute Mobilitätsangebote gemacht werden können. Bürgerbusse sind für die Fahrgäste komfortabel. Sie werden individuell betreut und können gleichzeitig die Tarife des Verbundgebietes nutzen. Das Modell Bürgerbus haben wir in die Mobilitätsstrategie 2030 aufgenommen, weil sie den Öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum gut ergänzen", sagte Ministerin Schneider heute in Brieselang.
Vor zehn Jahren hat das damalige Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung die Anschaffung des Bürgerbusses mit 34.300 Euro aus Lottomitteln unterstützt. Nach Angaben des Vereins sind derzeit 22 Fahrerinnen und Fahrer aktiv. Bürgerbusangebote gibt es außer in Brieselang, auch in Lieberose, Dallgow-Döberitz, Gransee und in der Gemeinde Hoher Fläming. Alle Bürgerbusvereine arbeiten eng mit der regionalen Verkehrsgesellschaften und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zusammen.
Die Bürgerinitiative Bürgerbus Brieselang ist von der Organisation for Economic Co-Operation und Development (OECD) und dem gemeinnützigen Beraternetzwerk Governance International als gutes Beispiel aus der Praxis gelistet. Bei internationalen Workshops und Beratungsseminaren wird der Brieselanger Bürgerbus als nachahmenswertes Projekt vorgestellt (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, 22.06.17).

RechteckMecklenburg-Vorpommern: Landkreis übernimmt Waren (Müritz) - Malchow
Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben eine gemeinsame Lösung für den weiteren Betrieb der Bahn zwischen Waren (Müritz) und Malchow gefunden. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wird der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte für zehn Jahre Aufgabenträger für die Strecke Waren (Müritz) - Malchow sein.
Infrastrukturminister Christian Pegel und Landrat Heiko Kärger hatten seit Oktober 2016 Gespräche geführt, um bis zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2017 vorbereitet zu sein. Das Land unterstützt den Landkreis bei der Finanzierung. Dazu werden Land und Landkreis einen Finanzierungsvertrag und einen Vertrag zur Aufgabenübertragung an den Landkreis abschließen. Vom ersten bis zum dritten Jahr stehen dafür jährlich 650.000 Euro und vom vierten bis zum zehnten Jahr jährlich 420.000 Euro zur Verfügung. Die Beteiligten gehen dabei davon aus, dass zu Beginn zusätzliche Infrastrukturinvestitionen erforderlich sein werden, die in der Folge zu einer Senkung der Betriebskosten beitragen, so dass ein erhöhter Betrag nur in den ersten drei Jahren erforderlich ist.
"Das Weiterbetreiben der Strecke zwischen Waren (Müritz) und Malchow war für uns ein erklärtes Ziel. Vor dem Hintergrund begrenzter Haushaltsmittel war jedoch in den vergangenen Monaten die Frage zu beantworten, inwieweit dennoch Anpassungen im Streckenangebot des Schienenpersonennahverkehrs vorgenommen werden müssen. Mit der nun erzielten Einigung haben wir meiner Meinung nach eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung gefunden", sagt Infrastrukturminister Christian Pegel. "Neben der jährlichen Finanzierung werden wir darüber hinaus Investitionszuschüsse für die Bahninfrastruktur in Höhe von zwei Millionen Euro zur Verfügung stellen", fügte er hinzu.
"Grundsätzlich bedauere ich es sehr, dass das Land diese Strecke nicht weiter bestellt. Aber wir haben eine Möglichkeit gefunden, um weiter Züge fahren zu lassen", betont Landrat Heiko Kärger. "Mit dem Kreistagsbeschluss zum Nahverkehrsplan war im Oktober 2016 für uns als Landkreis das Ziel klar formuliert: Wir setzen uns weiter für attraktive umweltfreundliche Schienenverkehrsanbindungen ein. Vor allem geht es uns um unsere Berufs- und Ausbildungspendler und die Einwohner in der Region, die mit der Bahn von Waren (Müritz) in Richtung Berlin und Rostock kommen möchten. Und natürlich erhalten wir damit auch ein wichtiges Angebot für die Touristen."
Den Verträgen zum weiteren Betrieb der Strecke muss der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte nun in der Sitzung am 3. Juli 2017 zustimmen.
Auch die Strecke Mirow – Neustrelitz wird für weitere zehn Jahre durch den Landkreis getragen. Das Land unterstützt hierbei mit 300.000 Euro jährlich in den ersten drei Jahren sowie 320.000 Euro ab dem vierten Jahr (Pressemeldung Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, 22.06.17).

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Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckEröffnung Dippoldiswalde - Kipsdorf



Am vergangenen Wochenende wurde die Wiedereröffung des Streckenabschnittes der Weißeritztalbahn von Dippoldiswalde nach Kipsdorf gefeiert. Am 18. 06. waren die Lokomotiven 99 1734-5 und 99 1777-4 mit mehreren Zügen unterwegs (Heinrich Fritzsche, 22.06.17).

RechteckGrenzüberschreitendes Bahnjubiläum Winden – Wissembourg
„Wir freuen uns, dass wir am kommenden Wochenende (24. und 25. Juni 2017) gemeinsam mit unseren elsässischen Freunden den 20. Geburtstag der Wiedereröffnung der Pfälzischen Maximiliansbahn von Winden nach Wissembourg feiern können“, erklärte Werner Schreiner, Beauftragter der Ministerpräsidentin für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die Bahnlinie hat eine verbesserte Zusammenarbeit im grenznahen Bereich ermöglicht, was dazu beiträgt, dass Europa weiter und schneller zusammenwächst.
Mit der Bahnverbindung ist auch das gleichzeitig stattfindende Grenzlandfest in Kapsweyer gut erreichbar – diesmal sogar per Dampfzug. „Das Grenzlandfest bringt immer wieder die Menschen von ‚hiwwe und driwwe‘ zusammen. Die zahlreichen Angebote bieten den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, grenzüberschreitend und gleichzeitig umweltfreundlich miteinander zu feiern“, so Schreiner weiter.
„Mein Dank gilt insbesondere auch unseren Partnern im Elsass. Gemeinsam können wir das Fest als grenzüberschreitendes Kleinprojekt mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung der EU durch Interreg-Mittel realisieren.“ Der Eurodistrikt PAMINA und sein Präsident Rémi Bertrand haben die Projektidee von Beginn an unterstützt. Hinzu kommen die Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr in Rheinland-Pfalz, der Zweckverband Süd (ZSPNV-Süd), in Frankreich die Région Grand Est, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) sowie die Verkehrsunternehmen DB und SNCF. Auch die Stadt Wissembourg unterstützt die grenzüberschreitende Veranstaltung auf ihrem Bahnhofsplatz. Sie ist darüber hinaus mit ihrer Veranstaltung „L´Outre Festival“ ins Gesamtprogramm eingebunden.
Die Bedeutung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs zwischen dem Elsass und Rheinland-Pfalz hat vor wenigen Tagen auch der Präsident der Région Grand Est, Philippe Richert, bei der Entgegennahme des 200. Regiolis-Fahrzeuges in der Reichshoffener Fabrik der Firma Alstom betont. Als Zukunftsperspektive zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs kann sich die Région Grand Est eine Beschaffung von 15 grenzüberschreitend einsetzbaren Fahrzeugen vorstellen, wie er bei der Veranstaltung im Beisein von Werner Schreiner betonte.
Das Land Rheinland-Pfalz und seine Zweckverbände arbeiten derzeit mit ihren deutschen und französischen Nachbarn an einer gemeinsamen Strategie für die Umsetzung weiterer Verbesserungen im grenzüberschreitenden Zugverkehr, das heißt umsteigefreie Zugverbindungen zwischen der Pfalz und dem Elsass mit dem Zielhorizont Dezember 2023, wenn die bisherigen Verkehrsnetze neu vergeben werden. Alle Partner hoffen, dass es dabei auch gelingt, gute und für die Bürgerinnen und Bürger attraktive Verkehrsverbindungen zu planen (Pressemeldung Staatskanzlei, 22.06.17).

RechteckLetzte Fahrt des Dampfboots Charlotte


Gemächlich fuhr das schweizweit einzigartige Dampfboot Charlotte heute zum letzten Mal auf heimischen Gewässern. Auf der Reise von Brunnen nach Luzern begegnete das DB zwei Seitenraddampfern der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee bevor es beim Luzerner Yachthafen zum letzten Mal den Dampf abliess. Das Besitzerehepaar Kurt und Charlotte Bolt Kunz schenkten das historische Schiff mit internationalem Stellenwert dem Verkehrshaus, wo es ab Herbst in der Ausstellung gezeigt wird.
Beim Dampfboot Charlotte handelt es sich um das älteste, original aus dem 19. Jahrhundert erhaltene Dampfboot (DB) der Schweiz. Der Namen stammt von der Ehefrau des damaligen Betriebsleiters von Escher Wyss, Gustav Naville. Escher Wyss importierte das DB 1895 aus England sozusagen als Technologietransfer und baute in der Folge selber Dampfboote. Der Bau solcher Dampfboote erwies sich als Erfolg für Escher Wyss. Sie eroberten gar sämtliche Kontinente. Immerhin gehörten der deutsche Kaiser oder der Erfinder des Dynamits Alfred Nobel zu ihren Kunden. Von den über 220 Escher-Wyss-Dampfbooten ist noch eines auf dem Chiemsee erhalten. Umso ausserordentlicher ist die Geschichte rund um das Dampfboot Charlotte, das als Vorbild einer ganzen Reihe solcher und ähnlicher kleinen Motoryachten von Escher Wyss gelten darf.
So unscheinbar das elegante kleine Dampfboot Charlotte anmutet, es ist ein zentraler Zeitzeuge für die moderne und industrialisierte Schweiz um das Jahr 1900. Als industriearchäologisches Kulturgut ist das mit einem petrolbetriebenen Kessel versehene Dampfboot Charlotte eines der herausragenden historischen Schiffe unseres Landes mit internationalem Stellenwert. Dessen Verbrauch beträgt 10 Liter Petrol pro Fahrstunde, die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 10 und 15 km/h. Technikgeschichtlich steht dieses Artefakt aber auch am Beginn der maschinengetriebenen Freizeitschifffahrt, die heute einen Hauptteil am Verkehrsaufkommen auf den Seen darstellt.
Auf seiner letzten Reise von Brunnen nach Luzern begegnet das Dampfboot seinen jüngeren, aber umso grösseren Dampfgeschwistern der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee. Diese grossen und stolzen Seitenraddampfer stammen im Falle des DS Uri (1901) von der Firma Sulzer und im Falle des DS Gallia (1913) von der Firma Escher Wyss. Ab dem kommenden Herbst wird das DB Charlotte in der Halle Schifffahrt des Verkehrshauses der Schweiz ausgestellt werden. Besitzer des DB ist das Ehepaar Kurt und Charlotte Kunz Bolt, die das Dampfboot im Jahr 2001 kauften, heute zum letzten Mal auf heimischen Gewässern steuerten und dem Verkehrshaus schenkten.
Charlotte Kunz gewann als 16-jährige Gymnasiastin in der von Mäni Weber moderierten Quizsendung des Schweizer Fernsehens «Doppelt oder nüt» den Maximalbetrag von 4000 Franken. Angemeldet hatte sie ihre damalige Coiffeuse. Ihr Spezialgebiet ist das Dampfschiffwesen, das die ehemalige Denkmalpflegerin des Kantons Zürich noch heute begeistert. Seit dem TV-Auftritt ist sie schweizweit als Dampferlotti bekannt. Ihr Ziel hat schon immer dem Erhalt der Dampfschifffahrt gegolten (Pressemeldung Verkehrshaus der Schweiz, 22.06.17).

RechteckSchwarzwaldhof-Ingenieurfahrt



Am Freitag 16.06.17 stand der Tag bei der Sauschwänzle Bahn unter dem Motto: Schwarzwaldhof - Ingenieurfahrt. Auf den Spuren von August von Würthenau, dem Erbauer der Sauschwänzlebahn wurde gewandelt, per Dampfzug von Blumberg nach Weizen und zurück bis Lausheim-Blumegg und dann zu Fuß durch die Wutachflühe und auf der Bahnstrecke über die Wutachbrücke und durch den Grimmelshofener Tunnel zum Haltepunkt Grimmelshofen. Von dort dann wieder mit dem Dampfzug zurück nach Blumberg und das bei ganz schön heißen Sommer Temperaturen. Mal eine andere Sicht auf die 1890 erbaute Strecke (Harald Becker, 22.06.17).

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Bahnberufe

Mit der Kamera notiert

RechteckAutoreisezüge mit wertvoller Fracht




Oldtimer, großvolumige Kfz und Motorräder, Besitzer dieser Gruppen scheinen den überwiegenden Kundenkreis von Autoreisezügen zu stellen. Kein ansonsten typisch täglicher Benutzerkreis des Verkehrsmittels Eisenbahn. Am Sonntag 3. Juni hatten gleich zwei Sonderzüge "Urlaubs-Express" von Hamburg nach Verona einige Verspätung. Während D 79152 um 05:25 h, gezogen von Lokomotion 189.907, in Innsbruck Hbf mit nur ungefähr 20 Minuten Verspätung von Innsbruck Hbf abfuhr und seine Fahrt ab Brenner als EN 13487 fortsetzte, stand im Bhf. Brenner die Garnitur des vorausgefahrenen EN 13485 mit Verspätungsprognose von 60 Minuten ohne Lokomotive.
Befremdlich schien, dass der bereits verspätete Autoreisezug aus Innsbruck Hbf zum Brenner abfahren durfte, während Regionalzug 5240 mit Planabfahrt um 05:22 h erst um 05.46 h abfuhr, was mehrere Reisende im Bahnhof Brenner ihren Anschluss zum umsteigefreien Regionalexpress nach Verona und Bologna kostete. Der Autoreisezug wechselte mehrmals die Pole-Position mit parallelen Regionalzügen. So wurde in Franzensfeste der Trenitalia R 20711 (Brenner - Meran) vor Franzensfeste am rechten Streckengleis vorgelassen, während im Bahnhof Ala der Regionalzug 10967 (Bozen - Verona) aufs Nebengleis 4 gestellt wurde, um den verspäteten Autoreisezug wieder vorzulassen. Durch das Verziehen aufs rechtsseitig gelegene Gleis 4 entstand ein Fahrstraßenkonflikt, sodass der Regionalzug auch noch die Kreuzung mit dem entgegenkommenden EC 88 (Verona-München) abwarten musste. Die bereits um ihren Anschluss am Brenner betrogenen Fahrgäste wurden noch weiter verspätet und erreichten Verona um knapp zwei Stunden später als geplant (GK, 22.06.17).

RechteckBerlin

bei einem Besuch im Deutschen Technikmuseum in Berlin entstand am 07.06.2017 von der Museumsterasse ein Foto der BVG 1072-1, die als U 1 (Hallesches Tor - Uhlandstraße) unterwegs war. Der DB Halbspeisewagen 50 80 85-43029-8 BRyl 446 wurde zwischenzeitlich im Technikmuseum in ein ehemaliges Hallentor des Lokschuppens "eingearbeitet" und zeigt sich mit seiner roten Seite auf dem Freigelände (Frank Thomas, www.unstrutbahn.de, 22.06.17).

RechteckMartinszell

Der kleine Haltebahnhof ist als einziger Haltepunkt auf der Allgäubahn zwischen Kempten und Immenstadt geblieben. Alle anderen werden nicht mehr bedient. Für den Fotografen ist die Gegend mit ihrend Kurven um Martinszell auf der zur Elektrifizierung stehenden Allgäubahn interessant. Morgens ist der Einzige über die gesamte Allgäustrecke Richtung Lindau verkehrende EC 196 mit 218 496 und 416 der Starzug. 612 143 bedient den Halt in Martinszell, dessen Bahnhof ein vorzügliches Cafe am Wochenende beherbergt. (Martin Wehmeyer, 22.06.17).

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Europa

RechteckFrankreich: VIIA-Britannica erhöht Frequenz Calais - Le Boulou
Die SNCF-Tochter VIIA hat angekündigt, für die kombinierte Schienenverbindung (L'autoroute ferroviaire) VIIA Britanica Calais - Le Boulou bis Ende des Jahres den Takt von einer auf zwei tägliche Hin- und Rückverbindungen montags-freitags erhöhen zu wollen. Die am 30.03.16 eröffnete, aber aufgrund der Migrantenprobleme in Calais unterbrochene und zum 07.02.17 neu gestartete Verbindung befördert 20 LKW-Anhänger auf zehn Wagen innerhalb von 22 h über 1200 km.
Seit der Aufnahme des Verkehrs ist die Auslastung sehr gut und die Züge sind voll, sagte Pressesprecherin Justine Basson gegenüber der Zeitung La Voix du Nord. Nach dem Start der Verbindung mit drei Fahrten pro Woche und der erfolgten Aufstockung auf fünf sollen bis Ende dieses Jahres zwei Umläufe pro Tag stattfinden.
Die Verladung in Calais wird von der Firma M&L Manutention et Logistique durchgeführt. Diese hat angekündigt, die geplante Erhöhung der Anzahl der Fahrten durch die Einstellung neuer Mitarbeiter zu bewältigen. Dabei sei man bestrebt, "nachhaltige" Arbeitsplätze zu schaffen.
Außerdem will VIIA eine neue Autoroute ferroviaire zwischen Calais und Ourbassano bei Turin Ende 2017 oder Anfang 2018 mit einem täglichen Umlauf starten. Eine dritte Verbindung zwischen Calais und Sète am Mittelmeer befindet sich noch im Projektstudium. Dezeit existiert nur eine Verbindung zwischen Noisy bei Paris mit Sète (WKZ, Quelle La Voix du Nord, 22.06.17).

RechteckItalien: Frecciargento Bari - Roma am Start
Beginnend ab dem 28. Juni wird Trenitalia eine neue tägliche Frecciargento-Verbindung zwischen Bari und Rom starten. Der Zug wird keine Zwischenstopps machen und die Städte in etwas mehr als 3 1/2 Stunden verbinden.
Der Zug verlässt Roma Termini um 18:55 Uhr und kommt um 22:35 Uhr in Bari an. Die Abfahrt von Bari findet am Folgetag um 6:24 Uhr statt, um um 9:58 Uhr in Roma Termini eintzutreffen.
Der nicht vorhandene Halt in Foggia löste dort Proteste aus, in Gewerkschaftskreisen war von einer "Niederlage für die Provinz Foggia" und einer "beleidigenden Verhöhnung" die Rede. Am 27.06.17 wird es ein Treffen zwischen dem Präsidenten der Provinz Foggia, Francesco Miglio, und der Geschäftsführerin Barbara Morgante von Trenitalia zur zukünftigen Anbindung der Region geben (WKZ, Quelle Trenitalia, 22.06.17).

RechteckÖsterreich: Ausschreibungswettbewerb gefährdet Arbeitsplätze
"Ein Ausschreibungswettbewerb bei Eisenbahnen und U-Bahnen wäre durch Transaktionskosten und versteckte Kosten ein Preistreiber. Gleichzeitig sinkt laut ExpertInnen die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger", warnte heute, Mittwoch, der Vorsitzende der younion _ Die Daseinsgewerkschaft, Christian Meidlinger.
"Die Direktvergabe bei der Erbringung von Verkehrsleistungen ist eine einfache, effiziente und transparente Angelegenheit. Die Pläne der ÖVP zu ihrer Abschaffung ist aus gewerkschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Offenbar ist der Verkehr nur die erste Stufe zur Ausschreibung weiterer kommunaler Leistungen. Die Städte und Kommunen kämen durch den offensiven Zerstörungskurs der ÖVP in dieser Angelegenheit in schwerste Bedrängnis. Die Qualität der Daseinsvorsorge ist in Gefahr", sagte Meidlinger.
Österreichweit hängen rund 50.000 Arbeitsplätze allein in Eisenbahnunternehmen an der direkten Vergabe von Leistungen. Meidlinger: "Die Direktvergabe sichert regionale Beschäftigung und Bahnanschlüsse auch in Regionen, in denen Privatanbieter aus Profitgründen nicht interessiert sind. Und das gilt nicht nur für den öffentlichen Verkehr."
Bei einer Verpflichtung zu Ausschreibungen käme es zu einem Bieterwettbewerb von Unternehmen und Konzernen aus ganz Europa. "Die Einhaltung von heimischen Kollektivverträgen, Arbeits- und Sozialrecht und die Abführung von Sozialversicherungsabgaben wären gefährdet. Dem treten wir entschieden entgegen. Die Städte und Kommunen müssen auch weiterhin die Möglichkeit haben, Qualität und Kosten der Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger in Eigenverantwortung zu steuern", schloss Meidlinger (Pressemeldung ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund, 22.06.17).

RechteckÖsterreich: Direktvergabe sichert das Erfolgsmodell öffentliche Bahn
"Das Land Niederösterreich hat in den vergangenen Jahren seine öffentlichen Verkehrsmittel stark ausgebaut. Gemeinsam mit dem Bund und den ÖBB haben wir wichtige Infrastrukturmaßnahmen auf den Weg gebracht und große Vorhaben wie die neue Westbahnstrecke fertig gestellt. Gleichzeitig haben wir auch das Angebot für die Pendlerinnen und Pendler deutlich ausgebaut. Derzeit werden in Niederösterreich 27 Millionen Zugkilometer und 51 Millionen Buskilometer Jahr für Jahr gefahren. Auch die 37.000 PKW-und 23.000 Zweirad Stellplätze auf P&R-Anlagen zeugen vom großen Stellenwert des öffentlichen Verkehrs in unserem Land", fasst Verkehrslandesrat Karl Wilfing die gemeinsamen Kraftanstrengungen für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in den vergangenen Jahren zusammen.
Dass Niederösterreich bei den öffentlichen Verkehrsmittel heute bereits eine Top-Position in Österreich einnimmt, zeigt auch das neueste Landes-Budget auf: "Seit 2011 wurde das Budget für den Öffentlichen Verkehr um 70 Prozent erhöht. Auch für das kommende Jahr stehen wieder deutlich mehr Mittel zur Verfügung, damit wir im Sinne der Pendlerinnen und Pendler die wesentlichen Verkehrsachsen weiter ausbauen. Mit insgesamt 140 Millionen Euro wurde das Budget erneut um 10 Millionen Euro aufgestockt", so Wilfing. Das mache sich letztlich auch in den Fahrgastzahlen bemerkbar: Im vergangenen Jahr nach der Einführung des neuen Taktfahrplans wurden über das ganze Bundesland hinweg Fahrgastzuwächse von teilweise bis zu 25 Prozent vermerkt. "Dieses deutliche Pendlerplus zeigt, dass wir mit unserer Verkehrspolitik am richtigen Weg sind. Das ist keine Entwicklung, die ich als abgeschlossen sehe, aber wir sind gut unterwegs", so der Verkehrslandesrat weiter.
Große Meilensteine sind das von Niederösterreich initiierte Top-Jugendticket, die Einführung des Taktfahrplans, der Ausbau diverser Viertelstundentakte auf den S-Bahnen rund um Wien, die Mitfinanzierung von 65 Cityjet-Garnituren, die große VOR-Tarifreform und der Ausbau der P&R-Anlagen. Dazu kommen noch die vom Land mitfinanzierten Bahnhofsmodernisierungs-Offensiven, der Ausbau von Anrufsammeltaxi-Systemen und die Einführung von Mobilitätsmanagern in allen Landesteilen zur Beratung in Verkehrsfragen für die Gemeinden.
Als einen der wichtigsten Zukunftsschritte sieht Wilfing den Ausbau der Regionalbahnen. Gemeinsam mit den ÖBB gab es hier Arbeitsgruppen, die das Potential auf den verschiedenen Bahnen in Niederösterreich untersuchte. "Dazu müssen die Strecken aber auch attraktiv gehalten und saniert werden – beispielsweise indem auf der Kamptalbahn die Langsamfahrtabschnitte beseitigt werden", erklärt Wilfing.
Dabei habe die Franz-Josefs-Bahn für das Land Niederösterreich oberste Priorität. "Die Franz-Josefs Bahn ist für uns die wichtigste Verbindungsbahn für das Waldviertel. Deshalb setzen wir voll auf das mit den ÖBB präsentierte 3-Phasen Paket, das wir derzeit sowohl mit den ÖBB, dem Verkehrsministerium als auch dem Parlament verhandeln. Durch die Umsetzung aller 3 Phasen soll die Fahrt von Gmünd nach Wien in rund einer Stunde und 33 Minuten machbar sein. Dafür sind wir seitens des Landes natürlich bereit, unseren Beitrag zu leisten. Klar ist jedoch, dass diese Schieneninfrastruktur in erster Linie eine Bundeskompetenz ist, weshalb wir das gemeinsam mit den ÖBB erarbeitete Paket auch mit dem Bund verhandeln", stellt Wilfing klar.
Dieses Mega-Paket für die Franz-Josefs Bahn wird – so wie es bereits bei der Projektvorstellung angekündigt wurde – rund 660 Millionen Euro kosten und in der Realisierung in etwa 20 Jahre benötigen.
In der ersten Phase soll der Ausbau der Bestandstrecke zwischen Absdorf-Hippersdorf und Gmünd mit einer Fahrzeitkürzung für die Sprinter- und Takt-Züge von Gmünd nach Wien erfolgen. Dabei muss die bestehende Streckeninfrastruktur mit einer Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h erfolgen, zudem müssen die Kurven durch die Anpassung der Gleislage ertüchtigt werden. Dadurch wäre die Senkung der Fahrzeit des Grundtaktes von Wien nach Gmünd auf unter zwei Stunden, sowie der Sprinter-Züge für Pendler auf 1 Stunde und 45 Minuten bis Wien umsetzbar.
In der zweiten Phase soll für den Abschnitt Absdorf-Hippersdorf – Eggenburg – Sigmundsherberg sowie für die Bezirkshauptstadt Horn eine deutliche Angebotsverbesserung erreicht werden. Unter anderem durch die Errichtung einer knapp drei Kilometer langen Gleisverbindung bei Klein-Meiseldorf. Taktzüge aus Wien könnten sodann in Eggenburg geteilt werden: Ein Zugteil fährt direkt bis Horn und ein Zugteil über Sigmundsherberg nach Gmünd. Für den Bezirk Horn bedeutet dies eine deutliche Fahrzeitkürzung und eine umstiegsfreie Verbindung aus Wien. In Horn soll ein Bahn- und Bus-Knoten errichtet werden.
Um eine weitere Verkürzung der Reisezeit von Wien nach Gmünd zu ermöglichen, wären drei Neubauabschnitte notwendig. Durch diese Neubauabschnitte würde sich die Reisezeit nochmals um einige Minuten von Gmünd nach Wien reduzieren. Diese Maßnahmen würden die größten Investitionen für die Franz-Josefs-Bahn darstellen und nach den oben vorgestellten Projektphasen deutliche Fahrzeitkürzungen bringen (Pressemeldung Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 22.06.17).

RechteckÖsterreich: Landesbudget für öffentlichen Verkehr um 10 Millionen Euro erhöht
"Gerade, weil öffentliche Bahnaufträge direkt vergeben werden dürfen, haben wir ein erfolgreiches öffentliches Personennahverkehrssystem", sagt AK Präsident Rudi Kaske zur aktuellen Debatte um die Direktvergabe von Verkehrsaufträgen. Die Direktvergabe sichert dieses System mit zahlreichen inländischen Bahnunternehmen von den ÖBB bis zu den über 20 kleineren Privatbahnen im öffentlichen Auftrag wie etwa die "Salzburger Landesbahn" oder "Stern und Hafferl". Daran hängen auch 50.000 fair bezahlte Arbeitsplätze gerade auch in strukturschwachen Regionen.
"Wer die Direktvergabe streicht, öffnet Tür und Tor vor allem für große internationale Unternehmen, die nur darauf warten, mit österreichischen Steuergeldern Bahnverkehr zu betreiben", so Kaske. "Öffentlicher Personennahverkehr ist aber eine Aufgabe der Daseinsvorsorge und muss deshalb mit äußerster Umsicht vergeben werden. Das machen Bund, Länder, Städte und Gemeinden bisher sehr gut und bürgernah."
Österreich ist nicht zuletzt deshalb innerhalb der EU Bahnfahrerland Nummer 1 zu europaweit sehr günstigen und fairen Preisen. "An diesem bewährten System hängen unter anderem die täglichen Arbeitswege von hunderttausenden Pendlerinnen und Pendlern", so Kaske (Pressemeldung Arbeiterkammer Wien, 22.06.17).

RechteckÖsterreich: Verkehrsausschuss beschließt Ende der Bundesanstalt für Verkehr
Am 21.06.17 hat der Verkehrsausschuss des Nationalrates grünes Licht für die Auflösung der Bundesanstalt für Verkehr (BAV) gegeben. Der für Kfz- und Verkehrstechnik zuständige Teil der BAV wird direkt ins Verkehrsministerium wandern, während die Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUB) als eigenständige nachgeordnete Dienststelle des Verkehrsministeriums bestehen bleibt. Die SUB ist für Untersuchungen nach Unfällen im Bahn-, Seilbahn-, Zivilluftfahrt-, Eisenbahn- und Schiffsverkehr zuständig. Das Inkrafttreten der neuen Struktur ist für 1. August 2017 geplant. Für die Reform werden das Kraftfahrgesetz und das Unfalluntersuchungsgesetz novelliert.
„Mit der Neustrukturierung sorgen wir für einen Qualitätsschub“, sagt Verkehrsminister Jörg Leichtfried. „Untersuchungen werden künftig schneller, transparenter und effektiver durchgeführt. Dafür wird die neue Leitung Sorge tragen.“ Aufgrund der Neustrukturierung wird die Leitung der SUB neu ausgeschrieben, zudem wird die SUB personell aufgestockt. Für weitere Synergien sorgt die mittelfristige Ansiedelung aller Büros im BMVIT in der Wiener Radetzkystraße.
In der BAV sind derzeit 34 Mitarbeiter beschäftigt, 25 davon in der SUB. Die anderen neun Mitarbeiter im Bereich Kfz- und Verkehrstechnik (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 22.06.17).

RechteckSchweiz: Synergien zwischen Verkehrs- und Strominfrastrukturen besser nutzen
Verkehrsinfrastrukturen können mit Hochspannungsleitungen kombiniert werden. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundesrats. Demnach sind technische und rechtliche Hürden für eine mehrfache Nutzung von Nationalstrassen oder wichtiger Bahnverbindungen überwindbar. Oft werden die Synergien zwischen den Infrastrukturen aber nicht rechtzeitig erkannt.
Mit seinem Bericht zu multifunktionalen Verkehrsinfrastrukturen erfüllt der Bundesrat ein von alt Nationalrat Rudolf Rechsteiner (SP, BS) eingereichtes Postulat. Der Bericht, den der Bundesrat am 21. Juni 2017 verabschiedet hat, hält fest, dass die Bündelung von Infrastrukturen beziehungsweise deren multifunktionale Nutzung die Landschaft entlastet und den Bodenverbrauch mindert.
Ein Expertenbericht legte vorab die technischen, betrieblichen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der multifunktionalen Nutzung von nationalen Verkehrsinfrastrukturen dar. Insbesondere ging es darum herauszufinden, ob es möglich ist, Hochspannungsleitungen und Nationalstrassen miteinander zu kombinieren.
Der Bundesrat stellt fest, dass das Prinzip der Bündelung von Infrastrukturen mit den Zielen und Planungsgrundsätzen des Raumplanungsgesetzes übereinstimmt und auch in den meisten Sachplänen des Bundes enthalten ist. Trotzdem wurde dieses Prinzip erst in wenigen Fällen konsequent umgesetzt. Die Unterschiede in der Topographie, die hohe Bevölkerungsdichte, bautechnische und betriebliche Herausforderungen sowie unterschiedliche Zuständigkeiten stellen die grössten Hindernisse dafür dar.
Das grösste Potenzial, eine multifunktionale Nutzung zu realisieren, liegt bei neuen beziehungsweise umfassend zu sanierenden Nationalstrassenabschnitten. Das gesamtschweizerische Potenzial lässt sich jedoch nicht abschätzen, denn jeder konkrete Fall muss einzeln analysiert werden. Zurzeit bestehen in der Schweiz erste Ansätze, neue Nationalstrassen- und Bahntunnels multifunktional zu nutzen, indem man die Trassen mit Hochspannungsleitungen kombiniert. Diese Möglichkeiten gelangen auch im Ausland zum Einsatz.
Die Früherkennung und die Koordination zwischen den Infrastrukturämtern des Bundes soll gestärkt werden. Deshalb wird das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mögliche Synergien zwischen den nationalen Verkehrs- und Strominfrastrukturen beziehungsweise deren Weiterentwicklung bei bedeutenden Bau- oder Sanierungsprojekten systematisch ausloten.
Im Zusammenhang mit Verkehrs- und Energieinfrastrukturen werden die Begriffe «multifunktionale Nutzung» wie auch «Bündelung» verwendet. Unter Bündelung von Infrastrukturen versteht man die Nähe mehrerer Infrastrukturen, die aber räumlich getrennt sind. Der Bericht konzentriert sich auf die Kombination von Verkehrsinfrastrukturen mit Hochspannungsleitungen. Wird ein Nationalstrassen- oder Bahnareal hingegen mehrfach genutzt, spricht man von multifunktionaler Nutzung, was bedeutet, dass das entsprechende Areal mindestens eine weitere Infrastruktur beherbergt; auch hier hat der Bericht den Einbau von Hochspannungsleitungen näher betrachtet (Pressemeldung ARE, 22.06.17).

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