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LOK Report – News von Donnerstag, 23.03.17

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
Personenkarrusel: Lutz bei DB AG,
Grube zu HHLA, Kefer zu Vossloh

Absatzlinie
HSB: 13 Mio. Euro Jahresumsatz
mit 25 Dampflokomotiven

Absatzlinie
Brandenburg: CDU-Fraktion stellt
Innoverse-Studie zum SPNV vor

Absatzlinie
Wer bezahlt die Friesenbrücke?

Absatzlinie
Technische und menschliche
Fehler führten zur Kollision
bei Bettembourg

Absatzlinie
Tschechiem: Sperrung Moldava
Willkommen beim LOK Report

Foto links: Deutsche Bahn

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckBahn für Alle: Für einen Neuanfang an der Spitze der DB AG
Heute wird der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG voraussichtlich den Kompromiss-kandidaten der Großen Koalition für den vakanten Posten des Vorstandsvorsitzenden offiziell wählen. Die Minister Dobrindt (CSU), Schäuble und Altmaier (CDU) und Gabriel (SPD) haben sich am 14. März auf den bisherigen DB-Finanzvorstand Richard Lutz geeinigt.
"Die Bahn ist so politisiert wie selten zuvor. Lutz ist eine Verlegenheits- und Übergangs-lösung, weil die GroKo ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl niemand von Format für den Schleudersitz an der Bahnspitze fand", sagt Dr. Winfried Wolf, Verkehrswissenschaftler und einer der Gründer vom Bündnis Bahn für Alle. "Bleibt die CDU/CSU führende Regierungspartei, dürfte in absehbarer Zeit Merkels Ex-Minister Pofalla Konzernchef werden."
Morgen präsentiert der DB-Vorstand seine Bilanz des letzten Geschäftsjahres auf einer Pressekonferenz im Betriebsbahnhof Berlin-Rummelburg. Zum zehnten Mal legt das Bündnis "Bahn für Alle" aus diesem Anlass einen Alternativen Geschäftsbericht vor. Er erscheint ebenfalls morgen bundesweit als Beilage zur Tageszeitung "taz".
"Die DB ist im Dauer-Krisen-Modus", sagt Dr. Bernhard Knierim, einer der Verfasser und Sprecher vom Bündnis "Bahn für Alle". "Nach dem Milliardenverlust 2015 sagt der bescheidene Gewinn 2016 wenig aus über ein Unternehmen, in das pro Jahr mehr als acht Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung fließen."
"Bahn für Alle" fordert einen Neuanfang an der Bahnspitze für eine echte Verkehrswende. "Ein verantwortungsbewusster Bahnvorstand muss offensiv darauf drängen, dass im motorisierten Verkehr die Schiene Vorrang hat und die Verkehrspolitik als Ganzes wachstumskritisch ausgerichtet ist. Nur so werden wir unserer Verantwortung gegenüber Umwelt und Klima gerecht", so Monika Lege, Verkehrsreferentin der Umweltorganisation Robin Wood und Mitgründerin vom Bündnis "Bahn für Alle" (Pressemeldung Bahn für Alle, 23.03.17).

RechteckBündnis 90/Die Grünen: Union und SPD ohne Strategie bei der Bahn
Zur Bestellung des neuen Vorstands der Deutschen Bahn AG erklärt Matthias Gastel (Grüne), Sprecher für Bahnpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion:
"Wir Grüne sind gespannt auf die Ideen von Richard Lutz für mehr Schienenverkehr in Deutschland. Wir wünschen ihm und dem neuen Vorstandsteam an der Spitze der Deutschen Bahn alles Gute und stets ein glückliches Händchen bei der anstehenden Arbeit.
Union und SPD wollten die Debatten um die fehlgeleitete Verkehrspolitik von Minister Dobrindt schnell vom Tisch haben. Verkehrsminister Dobrindt und die Koalition haben bis heute keine erkennbare Strategie für die Bahn. Union und SPD müssen endlich eine Strategie für die Bahn vorlegen. Sonst hilft auch ein neuer Vorstand bei der Deutschen Bahn nichts. Es braucht dringend Investitionen ins marode Netz, eine niedrigere Schienenmaut und einen fairen Wettbewerb mit Straßen- und Flugverkehr.
Die Vertragsverlängerung für Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla ist völlig übereilt und wirft Fragen auf. Welche Projekte hat Ronald Pofalla als Infrastrukturvorstand zum Erfolg geführt? Welche Konzepte oder Meilensteine für ein besseres Schienennetz hat Pofalla bislang vorgelegt? Es drängt sich gerade der Eindruck auf, dass Pofalla jetzt am Stuhl von Richard Lutz sägen darf und nach einer Wiederwahl von Angela Merkel bei der Bundestagswahl ihr Intimus zum neuen Vorstandsvorsitzenden aufsteigen darf. Schon die höchst ungewöhnliche Zusammenlegung von Finanzvorstand und Vorstandsvorsitz spricht dafür." (Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen, 23.03.17).

RechteckCDU: Güterzüge werden leiser
Die Anhörung des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags am Mittwoch bestätigt den Entwurf eines Schienenlärmschutzgesetzes zur Senkung von Lärm durch laute Güterzüge. Hierzu erklären der Sprecher für Verkehr und digitale Infrastruktur der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ulrich Lange, sowie der zuständige Berichterstatter Michael Donth:
"Die Experten-Anhörung hat es bestätigt: Das von Verkehrsminister Dobrindt vorgelegte Schienenlärmschutzgesetz wird den Lärm durch Güterzüge deutlich senken. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 wird ein Schallemissionswert festgelegt, den nur leise Güterwagen einhalten können bzw. laute Güterwagen nur dann, wenn sie mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit fahren. Damit wird es wesentlich leiser auf den deutschen Schienenwegen. Für viele Betroffene wird das eine spürbare Entlastung bringen, nicht nur im Rheintal.
Schon heute fördern wir die Umrüstung der Güterwagen auf lärmmindernde Technik mit bis zu 152 Millionen Euro. Jetzt wird moderne leise Technik noch schneller genutzt werden. Wir alle wünschen uns umweltfreundliche und effiziente Mobilität. Daher ist es unser Ziel, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Dort muss es aber deutlich leiser werden. Wir werden das Schienenlärmschutzgesetz jetzt schnell verabschieden und damit den Lärmschutz für die Bürgerinnen und Bürger stärken. Das schafft noch mehr Akzeptanz für die Schiene." (Pressemeldung CDU, 23.03.17).

RechteckDeutsche Bahn: Dr. Richard Lutz neuer Vorstandsvorsitzender

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hat in einer turnusmäßigen Sitzung weitreichende personelle und strukturelle Beschlüsse getroffen. Das Gremium bestellte zum neuen DB-Vorstandsvorsitzenden den 52jährigen Betriebswirt Dr. Richard Lutz, der seit 1994 für die Deutsche Bahn arbeitet und seit April 2010 das Vorstandsressort "Finanzen & Controlling" verantwortet. Das Ressort "Finanzen & Controlling" wird mit dem Ressort des Vorsitzenden zusammengeführt.
Zugleich zog der Aufsichtsrat die ohnehin anstehenden Wiederbestellungen der Vorstände Berthold Huber (Personenverkehr) und Ronald Pofalla (Infrastruktur) vor. Beide erhalten ebenfalls einen Fünf-Jahres-Vertrag, der jeweils bis März 2022 läuft.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Prof. Dr. Dr. Utz-Hellmuth Felcht, erklärte am Mittwoch in Berlin: "Keiner kennt die Deutsche Bahn so gut wie Herr Dr. Lutz. Seine Kompetenzen und Erfahrungen stehen für die notwendige Kontinuität, die das Unternehmen inmitten eines rasanten Wandels benötigt. Dass der Aufsichtsrat gleichzeitig die Verträge der Herren Huber und Pofalla verlängert hat, dokumentiert: Diese drei bilden gemeinsam mit Personalvorstand Ulrich Weber ein Team, welches das Programm Zukunft Bahn für mehr Kunden und Qualität konsequent und erfolgreich fortführen wird."
Zusätzlich zu den Ressorts "Vorsitzender", "Personenverkehr" (inklusive DB Arriva), "Infrastruktur" sowie "Personal & Recht" werden die Ressorts "Digitalisierung & Technik" und "Güterverkehr & Logistik" eingerichtet. Über die Besetzung der beiden neuen Ressorts will der Aufsichtsrat zeitnah entscheiden. Bis dahin obliegt die kommissarische Leitung für das Ressort "Digitalisierung & Technik" Dr. Richard Lutz; Berthold Huber leitet vorübergehend auch das Ressort "Güterverkehr & Logistik" (Pressemeldung Deutsche Bahn, 23.03.17).

RechteckEVG: Schienenlärmschutzgesetz - Kritik an geplanten Bußgeldvorschriften
Die EVG fordert Änderungen im Entwurf zum Schienenlärmschutzgesetz. Nach unserer Auffassung würden die Bußgeldvorschriften die Betriebseisenbahnerinnen und Betriebseisenbahner unverhältnismäßig bedrohen. Am Mittwoch gibt es zu diesem Gesetzentwurf eine Anhörung im Verkehrsausschuss.
Die EVG unterstützt grundsätzlich das Gesetzesvorhaben. Es muss dringend etwas gegen den Schienenlärm getan werden, um die Akzeptanz des Verkehrsträgers zu erhöhen.
Kritsch sehen wir allerdings die Bußgeldvorschriften, die im Gesetzentwurf vorgesehen sind. Hier werden bei zwei Tatbeständen die Kolleginnen und Kollegen in unverhältnismäßiger Weise von Bußgeld bedroht.
Nach dem bisherigen Entwurf wäre ein Triebfahrzeugführer, der einen Güterzug übernimmt, in den ein lauter Güterwagen eingestellt ist, von einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bedroht. Das Gleiche würde z.B. für einen Wagenmeister gelten, der einen lauten Güterwagen nicht meldet oder nicht aussetzen lässt.
Wir fordern stattdessen, dass ausschließlich die Eisenbahn-Verkehrsunternehmen in die Verantwortung genommen werden. Sie müssen die betrieblichen Abläufe so organisieren, dass die widerrechtliche Beförderung lauter Güterwagen ausgeschlossen wird. Dementsprechend müsste das Unternehmen bei einem Verstoß ein Bußgeld zahlen und nicht der einzelne Mitarbeiter. Als "laute Güterwagen" werden solche betrachtet, deren Lärmemissionen die Grenzwerte der TSI Noise überschreiten.
Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, dass im Ausnahmefall weiterhin laute Güterwagen befördert werden dürfen, wenn der Zug so langsam fährt, dass er ein speziell nach Lärmschutzkriterien berechnetes Geschwindigkeitsprofil einhält. Bei Überschreitung sieht der Entwurf ein Bußgeld in Höhe von 2.000 Euro vor. Die EVG fordert, diese Bußgeldandrohung zu streichen oder auf maximal 200 € zu senken (Pressemeldung EVG, 22.03.17).

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Industrie

RechteckArvato: Betreiber für neuen bahn.bonus-Prämienshop

Arvato Rewards ist neuer Partner für das Kundenbindungsprogramm der Deutschen Bahn AG und verantwortet seit Anfang März 2017 den Betrieb des bahn.bonus-Prämienshops sowie das gesamte Fulfillment für das Prämiensortiment. Den neuen Prämienshop haben die Arvato-Experten ebenfalls entwickelt. Dabei wurde nicht nur die Kundenbindungsplattform im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung neu aufgesetzt, sondern auch das komplette Prämiensortiment neu gestaltet. Das bahn.bonus-Programm wird mittlerweile von mehr als drei Millionen Teilnehmern genutzt, die Punkte mit ihrer Bahncard oder der kostenlosen bahn.bonus-Card sammeln.
Getreu dem Slogan ‚Jede Fahrt wird zum Gewinn' können die Teilnehmer des Bonusprogramms ihre gesammelten Punkte ab sofort auf der neuen Online-Plattform eintauschen. Dafür steht ein umfangreiches Sortiment mit mehr als 300 attraktiven Prämien bereit, das in neun Haupt- und 30 Subkategorien gegliedert ist. "Mit dem neuen Prämiensortiment bekommen unsere Fahrgäste einen weiteren Anreiz, aktiver Teilnehmer des Bonusprogramms zu werden", erklärt Claudia Köhler, Leiterin Kundenbindung bei der Deutschen Bahn. "Dank der inkrementellen Vorgehensweise bei der Entwicklung des Prämienshops hat uns Arvato schon heute davon überzeugt, dass wir uns für den richtigen Full-Service-Partner entschieden haben."
"Mit der Entwicklung des Prämienshops und der Gestaltung des neuen Prämiensortiments haben wir die ersten wichtigen Schritte des Projekts bereits erfolgreich abgeschlossen", sagt Mark Edenharder, Geschäftsführer von Arvato Rewards. "Jetzt gilt es, mit unserem Know-how im Bereich der Loyalty-Programme beides kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Performance beim Fulfillment der Prämienbestellungen in den Mittelpunkt zu stellen." (Pressemeldung Arvato, 23.03.17).

RechteckHHLA: Grube soll Aufsichtsratschef werden
Der nach seinem überraschenden Ausstieg als Chef der DB in Berlin gescheiterte Bahnchef Grube hat einen neuen Job. Der Hamburger steigt bei der Wirtschaft ein. Er wird in Hamburg Geschäftsführer der der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA).
Grube galt bis zu seinem Ausstieg zwar nicht als der Bahnfachmann, hatte aber diplomatisch ein guten Gespür sowohl zur Wirtschaft als auch zu den Verkehrspartnern. Er hat den nach dem Ausstieg seines Vorgängers, Hartmut Mehdorn, hoffnungslos in roten Zahlen befinlichen Konzern bis zu einem gewissen Grad festigen können (WR, 23.03.17).

RechteckHSB: 13 Mio. Euro Jahresumsatz mit 25 Dampflokomotiven

Ein gleichbleibend hohes Niveau bei den Fahrgastzahlen und den Umsätzen, aber auch stetig wachsende Aufwendungen in allen Bereichen: Unterm Strich war das Geschäftsjahr 2016 für die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) wieder ein erfolgreiches. Geprägt wurde es vor allem durch das Jubiläum „25 Jahre Volldampf in Freiheit“. Vielfältig, und das sogar auch international, erinnerte das Unternehmen dabei an die Renaissance der Brockenstrecke und seine Gründung im Jahre 1991. Aber auch für die Zukunftsplanung wurden wichtige Schritte getan. So trat im vergangenen Jahr das Projekt der neuen Dampflokwerkstatt in eine neue Phase und das innovative Zugkollisionswarnsystem ging an den Start. Darüber hinaus setzte die HSB ihre umfangreichen Maßnahmen zur Instandhaltung des Fahrzeugparks sowie der Infrastruktur fort. Sie zählen neben der künftigen Personalgewinnung auch weiterhin zu den großen Herausforderungen für die kommenden Jahre. Zudem zeichnet sich bereits ab, dass die Harzer Schmalspurbahnen fortan noch stärker ins Visier internationaler Eisenbahnfreunde rücken werden.
Trotz der zu den touristisch relevanten Zeiten teilweise ungünstigen Witterungs-bedingungen waren in 2016 wieder über 1 Mio. Fahrgäste auf dem 140,4 km umfassenden Streckennetz der HSB unterwegs. Zwar fuhren 2015 noch knapp drei Prozent mehr Reisende mit den Schmalspurbahnen durch den Harz, aber dennoch konnte das hohe Durchschnittsniveau der Vorjahre gehalten werden. Dies spiegelte sich auch bei der Frequentierung der einzelnen Strecken wider. So nutzten im vergangenen Jahr 633.000 Gäste die Brockenbahn, mit der Harzquerbahn im Bereich Nordhausen reisten 258.000 und in den Zügen der Selketalbahn insgesamt 94.000 Gäste. Das während der Ferienzeiten im Winterfahrplan 2015/16 erneut erhöhte Fahrtenangebot zum Brocken wurde sehr gut von den Fahrgästen angenommen.
Nach 2015 erzielte die HSB bereits zum zweiten Mal einen Jahresumsatz von über 13 Mio. Euro. Allerdings erforderten die deutlich gestiegenen Aufwendungen in allen Unternehmensbereichen die am 1. März dieses Jahres vollzogene Anpassung der Ticketpreise. Auch wenn durch die gleichzeitig erfolgte Anhebung der Altersgrenze für Kinderermäßigungen insbesondere Familien zukünftig deutlich günstiger fahren, werden aufgrund der anhaltenden Kostenentwicklung weitere Preisanpassungen in den Folgejahren unumgänglich sein.
Das vergangene Jahr stand im Zeichen zweier ganz besonderer Jubiläen in der Geschichte der Harzer Schmalspurbahnen. So blickte die HSB unter dem Motto „25 Jahre Volldampf in Freiheit“ nicht nur auf die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zum Brocken am 15. September 1991, sondern auch auf ihre dadurch nur rund zwei Monate später ermöglichte Unternehmensgründung zurück. Beide Geburtstage sowie der Rückblick auf das zurückliegende Vierteljahrhundert Harzer Bahngeschichte bildeten den Hintergrund für eine Reihe von Veranstaltungen, die am 19. März mit der Würdigung der zehnjährigen Anbindung Quedlinburgs an das HSB-Streckennetz ihren Anfang nahmen. In diesem Zusammenhang wurde am gleichen Tag auch der neue Sonderstempel der Deutschen Post AG in der HSB-Verkaufsstelle auf dem Brocken erstmals offiziell eingesetzt. Seitdem werden alle hier aufgegebenen Postkarten und Briefsendungen damit versehen.
Die ab Ende März geplante Promotion-Tour mit einer Dampflokomotive durch diverse europäische Großstädte wurde aufgrund der Terroranschläge in Brüssel zwar abgesagt, dennoch war die Lokomotive im April für einige Tage beim Dampffestival einer nordfranzösischen Museumsbahn zu Gast. Und noch ein weiterer internationaler Auftritt gehörte zu den Höhepunkten des Jubiläumsjahres: Trotz des Tourausfalls stattete die HSB der europäischen Hauptstadt einen Besuch ab und war vom 25. bis 29. April für eine Woche mit ihrer umfangreichen Jubiläums-Ausstellung im Brüsseler EU-Parlament zu Gast. Die umfangreiche Präsentation mit ihren 22 Fotostellwänden und zahlreichen bahntypischen Exponaten gastierte in den Folgemonaten noch in der Berliner Landesvertretung Sachsen-Anhalts sowie in den Städten Quedlinburg, Wernigerode und Nordhausen. Die deutsche Hauptstadt war im Juni dann noch einmal ein Besuchsziel der HSB. Mit einer 119 Jahre alten Dampflok präsentierte sich das kommunale Bahnunternehmen auf dem „Sommerfest“ der Thüringer Landesvertretung.
Die Kinder– und Familienfeste in Ilfeld und Quedlinburg im Mai und August zogen sehr viele Besucher an. Den feierlichen Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildete dann am 17. September das große Fest in Wernigerode. Bei regnerischem Wetter wurden die Besucher des Festgeländes Zeugen, wie der erste von zwei Jubiläums-Sonderzügen zum Brocken am Westerntor-Bahnhof eine symbolische „Mauer“ durchfuhr. An Bord des Zuges zur offiziellen Feierstunde auf dem Brocken befanden sich auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel. Mit der Vorstellung des neuen Buches „Unsere HSB – Eine Zeitreise in Wort und Bild ab 1989“ schloss die HSB das Jubiläumsjahr dann am 19. November, dem Tag der Unternehmensgründung vor 25 Jahren, offiziell ab.
Für die zukünftige Instandhaltung des historischen Triebfahrzeugparks ist im Juli eine weitere wichtige Weichenstellung erfolgt. So sind die Vorbereitungen zur Errichtung der neuen Dampflokwerkstatt auf dem Wernigeröder „Ochsenteichgelände“ nunmehr in die konkrete Planungsphase eingetreten. Bei auch weiterhin optimalem Verlauf des wichtigen Zukunftsprojekts könnten der „erste Spatenstich“ noch zum bevorstehenden Jahreswechsel und die Fertigstellung bis Ende des Jahres 2019 erfolgen. Davon unabhängig liefen die Instandhaltungsmaßnahmen mit den bisherigen Möglichkeiten auf Hochtouren. In verschiedenen deutschen Werkstätten sowie in der eigenen 90 Jahre alten Fahrzeugwerkstatt in Wernigerode fanden erneut umfangreiche Untersuchungen und Reparaturen statt. So wurden bis März dieses Jahres an insgesamt 19 Fahrzeugen die vorgeschriebenen großen Untersuchungen planmäßig durchgeführt. Hierzu gehörten u. a. zehn Reisezugwagen, vier Dampflokomotiven sowie ein Triebwagen. Die bereits im Jahre 2015 begonnene Generalreparatur des Triebwagens 187 012 wird sich aufgrund erheblicher Lieferschwierigkeiten bei wichtigen Ersatzteilen noch weiter verzögern.
Um den Betrieb der beliebten Dampfzüge zukünftig aufrecht erhalten zu können, sind in jedem Jahr neben der Fuhrpark-Pflege aber auch erhebliche Anstrengungen im Bereich der Streckeninfrastruktur erforderlich. Im vergangenen Jahr erneuerte die HSB beispielsweise insgesamt rund 1.700 m Gleise im Streckennetz, weitere Baumaßnahmen werden im laufenden Jahr folgen. Genau wie im vergangenen Jahr wird zur effizienteren Durchführung der Arbeiten wieder eine Vollsperrung der Selketalbahn sowie eines Teils der Harzquerbahn im äußerst verkehrsschwachen November erfolgen. Neben der immer teureren Instandhaltung der Fahrzeuge sind auch hier die Aufwendungen in den zurückliegenden Jahren stark angewachsen. So ist die Sanierung der Gleise mittlerweile um fast 50 % teurer als noch im Jahre 2011.
Vor dem Hintergrund der allgemeinen demographischen Entwicklung spielt auch die künftige Personalgewinnung eine immer wichtigere Rolle für das Unternehmen, gilt es doch, das umfangreiche Fachwissen in allen Unternehmensbereichen langfristig zu sichern und an die Folgegenerationen weiterzugeben. Dazu zählt auch die eigene Durchführung umfangreicher Aus- und Fortbildungen. Insgesamt 49 Teilnehmer nahmen in 2016 an den entsprechenden Lehrgängen teil, davon rund 30 % externe aus dem In- und Ausland. Darüber hinaus starteten wieder vier neue Auszubildende in ihre Berufslaufbahn bei der HSB, im kommenden Sommer werden weitere sechs hinzukommen. Aktuell bildet die HSB siebzehn hoch motivierte Lehrlinge aus. Wie alle rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigten auch sie im vergangenen Jahr wieder eine hohe Einsatzbereitschaft und haben im Unternehmen sehr gute Zukunftsperspektiven.
Bedingt durch den weltweiten Rückgang planmäßiger Dampflokeinsätze eröffnen sich für die Zukunft der Harzer Schmalspurbahnen in besonderer Hinsicht neue Aussichten und Möglichkeiten. Mit dem in Kürze bevorstehenden Ende der letzten nennenswerten Regelfahrten von Dampflokomotiven in China werden die dampfbetriebenen Schmalspurbahnen in Deutschland und Europa zukünftig noch stärker in den Fokus internationaler Eisenbahnfreunden rücken. Mit insgesamt 25 Dampflokomotiven, davon derzeit sechzehn betriebsfähigen, wird die HSB dabei die weltweit letzte „Hochburg“ bilden und dadurch noch intensiver als bislang eine Botschafterrolle für die Harzregion übernehmen (Pressemeldung HSB, 23.03.17).

RechteckVossloh: Volker Kefer ersetzt Heinz Hermann Thiele als Aufsichtsratsvorsitzender
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Vossloh Aktiengesellschaft, Herr Heinz Hermann Thiele, hat dem Vorstand heute mitgeteilt, dass er seine Mandate als Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats mit Wir-kung zum Ablauf der Hauptversammlung am 24. Mai 2017 niederlegt.
Der Vorstand dankt Herrn Thiele sehr herzlich für seine langjährige, überaus erfolgreiche Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gesellschaft, seine unternehmerische Weitsicht und die nachhaltige Unterstützung bei der Neuausrichtung des Vossloh-Konzerns sowie besonders für die sehr gute und stets vertrauensvolle Zusammenarbeit. Herr Thiele ist gegenwärtig mit knapp 45% an der Vossloh Aktiengesellschaft beteiligt und gehört dem Aufsichtsrat seit 2013 als dessen Vorsitzender an. In seiner Zeit als Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft hat Herr Thiele Vossloh gemeinsam mit dem Vorstand umfassend restrukturiert, neu ausgerichtet und auf die nun anstehen-de Wachstumsphase vorbereitet.
Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung auf Empfehlung seines Nominierungs-ausschusses vorschlagen, den ehemaligen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bahn AG, Herrn Dr. Volker Kefer, als Nachfolger für die restliche Amtszeit von Herrn Heinz Hermann Thiele zu bestellen. Es ist vorgesehen, dass Herr Dr. Kefer nach seiner Wahl den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt.
Herr Dr. Kefer begann seine Karriere 1983 bei Siemens, wo er zuletzt bis April 2006 als Geschäftsgebietsleiter für den Bereich Mass Transit verantwortlich zeichnete. Ab Mai 2006 war er Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG, dann ab September 2009 Konzernvorstand Technik, Systemverbund und Dienstleistungen der Deutsche Bahn AG. Von März 2010 bis zu seinem Ausscheiden bei der Deutsche Bahn war Herr Dr. Kefer zusätzlich für den Bereich Infrastruktur verantwortlich und wurde im Jahr 2015 zudem zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bahn AG beru-fen. Herr Dr. Kefer wird als erfahrener, weithin geschätzter Bahnmanager wesentlich zur weiteren erfolgreichen Entwicklung von Vossloh zu einem fokussierten und weltweit führenden Anbieter von Gesamtlösungen der Bahninfrastruktur beitragen (Pressemeldung Vossloh, 23.03.17).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBrandenburg: CDU-Fraktion stellt Innoverse-Studie zum SPNV vor

Die CDU-Fraktion des Landtags Brandenburg hat eine von Innoverse GmbH erstellte Studie über eine „Entwicklungsstrategie für den SPNV in Berlin und Brandenburg“ vorgestellt.
Die Studie schlägt für ein neues „Netz 2030“ deutliche Mehrleistungen im Schienen-Regionalverkehr vor, für beide Länder zusammen knapp 30%. Zur Finanzierung will die CDU künftig alle Regionalisierungsmittel für den SPNV einsetzen; Landesmittel sollen den übrigen ÖPNV sichern.
Das neue Linien-Netz bringt schnellere Verbindungen mit „RegioExpress“-Zügen in die weiter entfernten Städte in Brandenburg, die in weniger als 30, 60 oder 90 Minuten mit dem Berliner Zentrum verbunden werden. Ein Netz von „MetropolExpress“-Linien soll die Vororte im Halbstundentakt, teilweise sogar im Viertelstundentakt mit Berlin verbinden und alle Halte außerhalb des S-Bahn-Netzes bedienen.
Linien, auf denen heute noch Dieseltriebwagen fahren, werden mit batterieelektrischen Fahrzeugen eingebunden; damit sind Kommunen wie Templin, Premnitz oder Bad Saarow direkt vom Berliner Hauptbahnhof aus erreichbar.
Für die Engpass-Strecken im Bahnknoten Berlin wird die baldige Ausrüstung mit dem neuen Signalsystem ETCS vorgeschlagen, um eine deutlich kürzere Zugfolge zu ermöglichen.
In ersten Reaktionen wurde in der Öffentlichkeit positiv vermerkt, dass die CDU-Fraktion des Landtags Brandenburg sich mit der Innoverse-Studie für einen Ausbau des Schienenverkehrs zwischen Berlin und Brandenburg einsetzt. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Rainer Genilke, zitierte zur Begründung für den neuen Schwerpunkt aus der Innoverse-Studie: „Ein Regionalexpress mit 500 Fahrgästen befördert nicht nur 500 Bürger, sondern auch deren Einkommen, also die damit verbundene Kaufkraft und die Steuereinnahmen für die Kommunen in Brandenburg. Mehr Schienenverkehr rechnet sich für Brandenburg – und für Berlin.“
Die Innoverse als Beratungsunternehmen für Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen hat mit dieser Studie erneut gezeigt, dass die Kombination von neuen Ideen mit profunder Sachkenntnis Markenzeichen der Arbeit von Innoverse sind (Pressemeldung Innoverse GmbH, 23.03.17).

RechteckNiedersachsen: Bei der Friesenbrücke ist jetzt der Bund am Zug
Beim Wiederaufbau der zerstörten Eisenbahnbrücke in Weener drängt Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Lies jetzt auf eine rasche Entscheidung des Bundes. Lies bedauerte ausdrücklich, dass es auch nach einer Telefonschaltkonferenz mit Bundesstaatssekretär Ferlemann am Montagabend keine Klarheit darüber gebe, ob und in welcher Höhe der Bund den Bau einer modernen Klapp- oder Drehbrücke mitfinanzieren könne.
Lies sagte wörtlich: "Ich hätte wirklich überhaupt kein Verständnis dafür, dass wir eine Brücke wieder errichten, die im Kern dem technischen Stand von vor 100 Jahren entspricht. Eine solche ,historische' Lösung würde bedeuten, dass auch in den nächsten 100 Jahren ein Schiffskran anrücken muss, um die Brücke herauszuheben, wann immer die Meyer Werft ihre Kreuzfahrtschiffe überführt oder große Schiffsbauteile angeliefert werden. Das ist sehr aufwändig, und die Brücke wäre jedes Mal über längere Strecken weder für Fußgänger noch für Züge nutzbar. Das kann doch im Jahr 2017 nicht mehr die Lösung sein. Ich plädiere für eine moderne Brücke, für eine verlässliche Schieneninfrastruktur und auch für die Erhöhung der Sicherheit im Schiffsverkehr."
Aus Sicht des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sind folgende Punkte herauszuheben:
• Die Verantwortung - auch die finanzielle Verantwortung - sowohl für Bundeswasserstraße Ems als auch für die Eisenbahnverbindung liegt beim Bund.
• Ein Staatsvertrag mit den Niederlanden aus dem Jahr 1957 verpflichtet die Bundesrepublik Deutschland überdies zum Erhalt und zur Erneuerung der Friesenbrücke.
• Dennoch ist das Land Niedersachsen bereit, fünf Millionen Euro der Mehrkosten zu übernehmen, die für den Bau einer modernen Brücke anfallen würden. Zusätzlich ist das Land bereit, rund 27 Millionen Euro vorzufinanzieren. Dabei handelt es sich um jene Kosten, die für den 1:1-Wiederaufbau der Friesenbrücke voraussichtlich anfallen würden. Mit dieser Zusage möchte das Land dazu beitragen, die Wiederherstellung der Brückenverbindung zu beschleunigen.
• Die Mehrkosten für den Bau einer modernen Dreh- oder Klappbrücke haben Vertreter der Bahn in dem Gespräch am Montag mit rund 20 Millionen Euro angegeben - zusätzlich wurde ein Kostenrisiko von mehreren Millionen Euro genannt. Die Niederlande sind zu einer Mitfinanzierung nicht bereit, das Land Niedersachsen kann über den Betrag von fünf Millionen Euro nicht hinausgehen.
• Auch die Variante 1:1-Wiederaufbau wäre mit Risiken verbunden. So kann die Standsicherheit mindestens eines Brückenpfeilers nicht garantiert werden, so dass dieser möglicherweise ersetzt werden muss. Dies könnte auch in der Variante 1:1 ein Planfeststellungsverfahren notwendig machen, damit die Zeit bis zur Fertigstellung erheblich verlängern und auch die Kosten erhöhen.
• Außerdem hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung kürzlich in einer Besprechung auf Arbeitsebene auch beim 1:1-Wiederaufbau aus Sicherheitsgründen einen verbesserten Aufprallschutz gefordert, der die Durchfahrtsbreite verringern und damit die Überführung der Meyer-Schiffe und die Anlieferung großer Schiffsbauteile unmöglich machen könnte.
• Die noch andauernden Prüfungen einer Alternativlösung führen nicht zu einer Zeitverzögerung im Falle eines 1:1-Wiederaufbaus. Denn die Planungen werden seitens der Bahn parallel weiter vorangetrieben.
Minister Lies abschließend: "Ich verstehe nicht, dass der Bund bei einem Prestigeprojekt wie Stuttgart 21 Mehrkosten von mindestens vier Milliarden Euro in Kauf nimmt, und bei uns in Ostfriesland soll eine zeitgemäße und zukunftsweisende Lösung an 20 Millionen Euro scheitern. Auch die Sicherheit des Schiffsverkehrs ist für mich gerade nach dem Schiffsunglück auf der Ems ein ganz wichtiges Argument. Ich bin jedenfalls als Verkehrsministers des Landes für eine moderne, zukunftsweisende und sichere Lösung. Der Bund ist jetzt am Zug. Ich freue mich, dass Staatssekretär Ferlemann eine endgültige Entscheidung vor Ostern angekündigt hat, damit dann wenigstens Klarheit herrscht." (Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, 22.03.17).

RechteckNiedersachsen: Metronom ist unpünkftlich, hat aber keine Schuld
Ausgerechnet das erfolgreichste Produkt im Nahverkehr Niedersachen, der von Göttingen nach Hamburg verkehrende metronom, bekannt für seinen Sercice und eigentlich auf Pünkktlichkeit, steht nun vorn in der Verspätungslist und muss Strafgelder blechen. Denn Fernzüge der DB im Nordsüdverkehr glänzen weiterhin nicht als zuverlässig und pünktlich, und da muss der schmucke Zug oft rechts ran.
Die Landesnahverkehrsgeselllschaft Niedersachsen bedauert das. Wann sich die Lage wieder entspannt ist nicht vorauszusehen. Dabei ist die DB sich selbst gegenüber großzügig und lässt jeden Zug mit Verspätungen von fünf Minuten als pünktlich erscheinen, eine wohl sehr seltsame Auffassung und im Mathematikunterricht dem Nachwuchs nicht vermittelbar (WR, 23.03.17).

RechteckNRW: Rotstift bei Mitarbeitern - An der Spitze wird weiter gefeiert
Mit großem Tamm Tamm und ohne Rücksicht auf die enormen Kosten lädt die DB Regio AG Region NRW zur "Staffelübergabe" am 31.03.2017 ein. Der scheidende Chef Heinrich Brüggemann soll verabschiedet und der neue Chef Andree Bach begrüßt werden. Dazu führt die Spitze der DB Regio AG Region NRW sogar eine Sonderfahrt von Hamm nach Köln mit anschließendem großen  "Get together" im "Alten Wartesaal" in Köln mit vielen geladenen Gästen und Programm durch. Man will sich dabei wohl auch selbst feiern.
Während sich hunderte Mitarbeiter aufgrund der enormen Streckenverluste Sorgen um Ihre persönliche Zukunft bei der DB Regio in NRW machen - der Marktanteil sinkt von 70 % auf knapp 40 % -, scheint man an der Spitze des Unternehmens weiterhin aus dem Vollen zu schöpfen und scheut keine Kosten und Mühen für eine solch überteuerte "Staffelübergabe".
Gegen eine Verabschiedung und eine Begrüßung ist im Grundsatz ja nichts einzuwenden. Aber diese - aus unserer Sicht unverschämt teure "Staffelübergabe" - ist ein Schlag ins Gesicht aller Mitarbeiter, die sich seit Jahren von dieser Spitze des Unternehmens anhören müssen, dass sie zu unproduktiv und deswegen Streckenausschreibungen in Gefahr sind. Man scheint an der Spitze des Unternehmens immer noch kein Fingerspitzengefühl für die Stimmung und die Lage des Unternehmens entwickelt zu haben!
Während nun gleichzeitig an der Spitze des Unternehmens immer noch nichts zu teuer ist, verfolgt DB Regio in den Verhandlungen zur Struktur der Wahlbetriebe der Betriebsräte eine ganz andere Strategie. Dort soll der Rotstift deutlich angesetzt und viele Wahlbetriebe zusammengelegt werden. In NRW soll es nur noch einen Betriebsrat geben! Dies würde den Rückzug der Betriebsräte aus der Fläche, eine Verschlechterung der Mitbestimmung und vor allem eine akute Verschlechterung der direkten Betreuung der Mitarbeiter bedeuten. Gerade mit Blick auf die kommenden Umwälzungen durch die Streckenverluste und "ZuBaRe", ist diese Strategie erneut ein Schlag gegen die Interessen der Belegschaft (Pressemeldung GDL NRW, 22.03.17).

RechteckSachsen: Brenner-Basistunnel (BBT) als Modell für NBS Dresden-Prag
Vom 22. bis 24. März 2017 reist Verkehrsminister Martin Dulig gemeinsam mit dem stellvertretenden tschechischen Verkehrsminister Kamil Rudolecký und EU-Koordinator Mathieu Grosch nach Bozen und Innsbruck, um sich vor Ort über das Großprojekt Brenner-Basistunnel (BBT) zu informieren.
Der Bau des Brenner-Basistunnel ist ein österreichisch-italienisches Gemeinschaftsprojekt – es entsteht an der Grenze der beiden EU-Länder zur Zeit der längste Eisenbahntunnel der Welt für gemischten Personen- und Güterverkehr.
"Auch der Freistaat Sachsen und die Tschechische Republik planen mit der Neubaustrecke Dresden-Prag ein grenzüberschreitendes Schienenvorhaben mit ähnlichen Parametern. Dies wird ein Generationenprojekt für die Zukunft. Wir wollen von den Besten lernen, von denen, die gerade an solch einem Bau arbeiten. Aufgrund der vielen Parallelen bietet es sich an, im engen Austausch mit Vertretern aus Österreich und Italien über ihre Erfahrungen im Planungs- und Bauprozess zu sprechen – beispielweise über die Art der Bürgerbeteiligung. Derlei Großprojekte erfordern Weitsicht, Kommunikation und Transparenz sowie ein lückenloses Controlling, damit weder Kosten noch Zeit aus dem Ruder laufen", so Dulig vor Reisebeginn.
Auf dem Terminplan der Delegation steht am Donnerstag, 23. März, zunächst ein Treffen mit dem Landrat Südtirols, Dr. Florian Mussner, und dem italienischen Vertreter des Vorstandes der BBT SE, Dr. Raffaele Zurlo. Anschließend ist die Besichtigung der Großbaustelle vom Infopunkt Franzensfeste aus geplant. Am selben Tag trifft Minister Dulig den italienischen Parlamentsvertreter Daniel Alfreider. 
Am Folgetag ist in Innsbruck ein Treffen mit dem Landeshauptmann Günther Platter und Prof. Konrad Bergmeister, österreichischer Vertreter im Vorstand der BBT SE, geplant. Im Anschluss steht für die Delegationeine Tunnelführung auf dem Programm. Startpunkt ist der österreichische Tunnelzugang Ahrental.
Vordergründig soll es bei den Gesprächen um die Umsetzung der öffentlichen Kommunikation des Projektes gehen. Transparenz und Offenheit, insbesondere für die von der Maßnahme betroffenen Regionen, ist für die Akzeptanz und das Verständnis des Vorhabens bei der Bevölkerung von immenser Bedeutung.
Der BBT ist Teil des Scandinavien/Mediterranean Korridors – einem der neun Europäischen Verkehrskernnetzkorridore und verbindet Skandinavien über die deutschen Seehäfen und Berlin mit Palermo. An dieser Strecke liegt auch das sächsische Logistikzentrum Leipzig. Im Vergleich zur Schienenneubaustrecke (NBS) Dresden – Prag ist das Bauvorhaben Brenner-Basistunnel dabei in allen Parametern wesentlich größer dimensioniert. 
Mit einer Gesamtlänge von 64 Kilometer entsteht unter dem Brennerpass die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt für den Güter- und Personenverkehr. Der Basistunnel der sächsischen Neubaustrecke umfasst "nur" 26,5 Kilometer. Im BBT wird es mehrere Zulaufstrecken geben, beim sächsischen Projekt keine. Die Ausführung des BBT umfasst zwei eingleisige 8,1 Meter breite Tunnelröhren mit einem Tunnelabstand von ca. 70 Meter. Der sächsische Basistunnel wird ebenfalls zwei eingleisige Röhren mit einem Tunnelabstand von ca. 29 Meter umfassen.
Derzeit ist das Vorhaben Neubaustrecke Dresden-Prag in die Rubrik "Potentieller Bedarf" des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) eingeordnet. Sachsen setzt sich nachdrücklich – gemeinsam mit der Bahn, der Tschechischen Republik und der EU - für eine zügige Bewertung hinsichtlich des Nutzen-Kosten-Verhältnisses (NKV) gegenüber dem Bund ein. Dies soll im Jahr 2017 erfolgen. Ein positives NKV ist Voraussetzung für das Aufrücken des Vorhabens in den "Vordringlichen Bedarf" des BVWP und die Voraussetzung für die Aufnahme von Planungen durch die Bahn.
Sowohl der Freistaat Sachsen als auch die Deutsche Bahn, die tschechische Republik und die EU haben sich klar zum Neubau der Strecke bekannt, um die Kapazitäten auf dem Schienenweg zu erhöhen, schnelle europäische Verbindungen zu schaffen und die Lärmbelastung im Elbtal spürbar zu verringern (Pressemeldung Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, 22.03.17).

RechteckSachsen: Dr. Weinhold ab April neuer DB Regio-Chef in Südost – Klingenhöfer übernimmt neu gebildete Region Mitte

Dr. Weinhold ab April neuer DB Regio-Chef in Südost – Klingenhöfer übernimmt neu gebildete Region Mitte.

Bei DB Regio Südost gibt es einen Wechsel an der Spitze: Frank Klingenhöfer, der DB Regio Südost seit 2013 leitete, wird Leiter der neuen Region Mitte von DB Regio und übergibt zum 1. April seine Aufgaben in Leipzig an Dr. Wolfgang Weinhold.
"Frank Klingenhöfer hat Regio Südost richtungsweisend völlig neu gestaltet und in den vergangenen vier Jahren entscheidend weiterentwickelt. Bester Beleg der hervorragenden Arbeit von Klingenhöfer und seinem Team ist die sehr gute Kundenzufriedenheit von DB Regio Südost", erklärte Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG. "Mit Wolfgang Weinhold haben wir einen erfahrenen Kollegen verpflichten können, der voller Freude und Neugier nach Leipzig geht, um unseren Kunden auch weiterhin gute Qualität und ausgezeichneten Service im Nahverkehr zu bieten."
Frank Klingenhöfer arbeitet seit 22 Jahren bei der Deutschen Bahn, in denen er unter anderem die S-Bahn Rhein-Neckar aufbaute, die Strategie des Personenverkehrs verantwortete und für DB Arriva in London im Einsatz war. Die letzten vier Jahre hat er das Geschäft von DB Regio in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geleitet. Besondere Herausforderung war es, den  umfassenden Strukturwandel des Unternehmens zu gestalten, da DB Regio Südost im Zuge zunehmenden Wettbewerbs Verkehrsnetze verloren hatte. Zugleich setzte er auf innovative Produkte und führte das Regio-120-Ticket, das mittlerweile über 1,3 Millionen Mal verkauft wurde, sowie die Sitzplatzreservierung im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz II und auf vier Regional-Express-Linien in Thüringen ein. Klingenhöfer übernimmt nun die Leitung der Region Mitte von DB Regio mit Sitz in Mannheim, die den Nahverkehr von DB Regio in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie der Rhein-Neckar-Region betreibt.
Dr. Wolfgang Weinhold ist seit dem Jahr 1999 bei der Deutschen Bahn AG in den Bereichen Personenverkehr und Infrastruktur tätig, unter anderem als Leiter Geschäftsentwicklung der DB Netz AG und der DB Fernverkehr AG sowie als Leiter Angebotsmanagement Fernverkehr. Dabei hat er unter anderem das internationale Geschäft von DB Fernverkehr entwickelt, Innovationsprojekte gegen Schienenlärm geleitet und die Wachstumsstrategie des Fernverkehrs maßgeblich mitentwickelt. Im Rahmen seiner bisherigen Tätigkeit war er verantwortlich für den Einsatz moderner EC-Wagen auf der Linie Prag–Dresden–Berlin und der nun anstehenden Einführung von WLAN auf dieser Linie (Pressemeldung Deutsche Bahn, 23.03.17).

RechteckSachsen: Wartungsarbeiten an der Drahtseilbahn Augustusburg
Vom 27. März bis zum 7. April 2017 findet an der Drahtseilbahn Augustusburg die jährliche sicherheitstechnische Überprüfung und Wartung statt. Aufgrund dessen kann in dieser Zeit kein Fahrbetrieb angeboten werden. Auch bleibt der Fahrschein- und Souvenirverkauf in den beiden Stationen in Erdmannsdorf und Augustusburg geschlossen.
Zu den anfallenden Arbeiten gehören planmäßige Funktionstests, die Inspektion der Getriebe für den Haupt- und Hilfsantrieb inklusive Ölwechsel sowie die Wartung der Steuerung und des Notstromaggregates. Weiterhin machen der vergangene schneereiche Winter und ein darauf zurückzuführender erhöhter Verschleiß an den Seilrollen den Austausch mehrerer Rollen erforderlich.
Da im November 2016 das Hydrauliksystem der inzwischen fast 106 Jahre alten Bahn bereits umfangreich gewartet wurde, besteht dort während der diesjährigen Arbeiten kein Handlungsbedarf.
Der Zeitraum der Wartung und Überprüfung wurde auf die Wochen zwischen den Winterferien und Ostern gelegt, da zu dieser Zeit mit einem niedrigeren Fahrgastaufkommen gerechnet wird (Pressemeldung VMS, 23.03.17).

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Tanago

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckBayern: DB lädt zu großem Bürgerfest 2. Stammstrecke
Auf geht´s – unter diesem Motto lädt die Deutsche Bahn am 5. und 6. April 2017 anlässlich des offiziellen Baubeginns der 2. Stammstrecke zu einem zweitägigen Bürgerfest auf den Marienhof ein. Gleichzeitig eröffnet die DB dort auch das zentrale Infozentrum mit einer multimedialen Ausstellung zu dem Großprojekt. Daneben erwarten die Besucher unter anderem eine Schlemmermeile der Münchner Innenstadtwirte, Kinder- und Mitmachaktionen sowie Live-Acts. Höhepunkt: die Auftritte der Wise Guys am 5. April und der CubaBoarischen am 6. April. Das Festgelände auf dem Marienhof ist an beiden Tagen von jeweils 14 bis 21 Uhr geöffnet.
Moderiert wird die zweitägige Veranstaltung von BR-Moderatorin Fumiko Lipp. Die Journalistin empfängt auf der Bühne zudem interessante Gesprächspartner zu kurzen Talkrunden – unter anderem den bayerischen Bahnchef Klaus-Dieter Josel, den Gesamtprojektleiter der 2. Stammstrecke, Markus Kretschmer, sowie Stadtbaurätin Elisabeth Merk. Auf dem Festgelände können sich die Besucher an Infoständen über die 2. Stammstrecke, die S-Bahn München und den öffentlichen Personennahverkehr in München und der Region informieren. Die archäologische Staatssammlung München und das Büro für Denkmalpflege geben spannende Einblicke in die Ausgrabungsarbeiten am Marienhof.
Den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten der 2. Stammstrecke geben am 5. April ab circa 15 Uhr Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Oberbürgermeister Dieter Reiter und DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Der offizielle Festakt am Marienhof mit geladenen Gästen aus Politik und Gesellschaft wird live auf dem Festgelände übertragen.
Ende 2016 hatte der Freistaat die Durchfinanzierung der 2. Stammstrecke gegenüber der Deutschen Bahn erklärt. Seitdem ist die Finanzierung des Großprojekts gesichert. Erste bauvorbereitende Arbeiten laufen am Hauptbahnhof sowie am Marienhof. So müssen zunächst Leitungen verlegt werden, um Platz für die künftigen Baugruben zu schaffen. Anschließend – ab 2018 – kann mit den Hauptbaumaßnahmen, dem Bau der neuen unterirdischen Stationen am Hauptbahnhof, Marienhof und am Ostbahnhof sowie der zwei zusätzlichen Tunnelröhren begonnen werden. (Pressemeldung Deutsche Bahn, 23.03.17).

RechteckWieder entdeckte Braunkohlegrube in Hamburg
Der Hamburrger Morgenpost ist es zu verdanken, darauf hinzuweisen, dass eine wohl auch von alten Hamburgern vergessene Braunkohlengrube in den zwanziger Jahren mehrere Jahre lang allerdings minderwertige Braunkolhle über zwei Schächte gefödert hat. Die Grube sollte nach 1945 nochmals aufgefahren werden, aber dazu kam es nicht mehr.
Jetzt haben Heimatfreunde das Gelände untersucht und wollen einen Schacht wieder gangbar machen und Interessierten gezeigt. Die Grube war bzw ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, früher unter anderem der leider stillgelegten Straßenbahn, heue mit U- und S-Bahn erreichbar (WR, 22.03.17).

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LOK Report 4/17

LOK Report Ausgabe 4/17

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Mit der Kamera notiert

RechteckBonn Oberkassel

Zwar wird im Abschnitt Troisdorf - Bonn für die neue S-Bahn gebaut. Jedoch war am Donnerstag keine Einschränkung bemerkbar, denn der Güterverkehr rollte nach wie vor. 151 031 war als Lz durch den BF Bonn Oberkassel unterwegs. 185 210 überführte in ihrem Gz eine Baumaschine südwärts. 152 040 hatte einen Kistenzug am Haken Richtung Gremberg. (Martin Wehmeyer, 22.03.17).

RechteckMeiningen

Am 18.03.2017 pausierten in Meiningen u.a. der DB Netz Schneepflug 80 80 970 5 018-7 und einige RegioShuttles der Erfurter Bahn (Frank Thomas, www.unstrutbahn.de, 22.03.17).

RechteckOhne Worte

(GK, 22.03.17).

RechteckWiederitzsch

In Wiederitzsch wurden am 19.03.17 die HVLE 263 004 & 005 mit 91041 Blankenburg Nord-Küchwald und RC 185 589 mit 75912 Stendell - Ingolstadt gesehen (Torsten Liermann, 22.03.17).

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LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8
• Band 6: Die Linien 44, 47 und 49 ISBN 978-3-935909-36-5

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Europa

RechteckFrankreich: Berufungsgericht bestätigt Arafer im Bahnhofsstreit
In zwei Urteilen vom 9. März 2017 hat das Berufungsgericht von Paris die Einsprüche des Netzverwalters SNCF Réseau gegen Entscheidungen der Regulierungsbehörde Arafer zurückgewiesen, die Streitfälle zwischen SNCF Réseau als Verwalter der Bahnsteige in den Personenbahnhöfen und dem Pariser Verkehrsverbund Stif und der Region Pays de la Loire geregelt hatten.
Die Notwendigkeit, einen angemessenen Zugang zu lebenswichtiger Infrastruktur wie den Personenbahnhöfen zu gewährleisten, erfordert die Anwendung eines Tarifsystems, dass mit den geltenden Vorschriften und Grundsätzen in Einklang steht. Wenn diese Prinzipien ignoriert werden, kann die Arafer rückwirkend das Referenzdokument (document de référence des gares, DRG) ändern, um Diskriminierung für den Zugang zum Eisenbahnnetz zu beseitigen.
In den beiden Entscheidungen hatte die Behörde SNCF Gares & Connexions und SNCF Réseau aufgefordert, die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der Bahnhöfe im Referenzdokument der Fahrpläne 2014 und 2015 zu ändern (WKZ, Quelle Arafer, 23.03.17).

RechteckLuxemburg: Technische und menschliche Fehler führten zur Kollision bei Bettembourg
Das Parquet de Luxembourg hat am 21.03.17 das vorläufige Gutachten eines vom Untersuchungsrichter zur Auswertung der Black Box ernannten Experten zum Zugunglück bei Bettembourg veröffentlicht, bei dem der Triebfahrzeugführer des Regionalzuges um das Leben kam.
Am 14.02.2017 hätte der Personenzug TER 88807 Luxembourg - Thionville am Hauptsignal halten müssen, um den Güterzug 49800 in den Rangierbahnhof Bettembourg einfahren zu lassen. Ein Vorsignal warnte den Lokführer des TER, dass das folgende Hauptsignal auf Halteposition stand. Der Lokführer hätte daraufhin seine Geschwindigkeit reduzieren müssen. Er passierte das Signal aber, ohne seine Geschwindigkeit reduziert zu haben. Die Gründe, weshalb der Fahrer das Signal ignorierte und nicht bremste, müssen noch untersucht werden.
Ein Gleiskontakt der Art "crocodile", eine Komponente des Signalisierungssystems "Memor II+" hätte die Position des Vorsignals an den Triebzug übermitteln sollen. Die Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass dieser Impuls nicht empfangen wurde. Das System "Memor II+" an Bord des Triebzuges konnte daher keine Notbremsung schon am Vorsignal auslösen.
Im Moment des Passierens des Hauptsignals in der Position "Halt" (rotes Signal) kurz vor der Weiche, an der sich der Unfall ereignete, leitete der Lokführer des TER 88807 im letzten Moment eine Notbremsung ein, denn das Signal war für mehrere hundert Meter schon vorher einsehbar. Das System "MEMOR II+" hat die Durchfahrt des TER 88807 am Hauptsignal aufgezeichnet und bei einer Geschwindigkeit von 133 km eine Notbremsung eingeleitet. Trotz dieser Notbremsung war die Kollision unvermeidlich, da der Zug innerhalb dieser kurzen Zeit nicht stoppen konnte. Die letzte notierte Geschwindigkeit des Personenzugs vor der Kollision mit dem Güterzug betrug 85 km/h.
Nach dem vorläufigen Gutachten führten folgende Tatsachen zu der Kollision von 14.02.2017 bei Bettembourg:
• Der Lokführer des TER 88807 hat nicht auf das Vorsignal in der Position "Vorwarnung" reagiert, aufgrund derer er die Geschwindigkeit hätte reduzieren müssen.
• Der vom Gleiskontakt "crocodile" am Vorsignal zu sendende Impuls war nicht vom TER 88807 empfangen worden, so dass das Signalisierungssystem "Memor II+" dort keine Notbremsung auslösen konnte.
• Als der Lokführer des TER 88807 realisierte, dass das Hauptsignal "Halt" zeigte, reichte der Bremsweg nicht aus, um den Zug rechtzeitig stoppen und die frontale Kollision vermeiden zu können (WKZ, Quelle Parquet de Luxembourg, 23.03.17).

RechteckÖsterreich: Zugunglück Gerasdorf
"Trotz der kürzlich angekündigten Auflösung der Bundesanstalt für Verkehr und der damit verbundenen Umstrukturierungen erwarte ich eine rasche und restlose Aufklärung des Vorfalls durch den Bund", kommentiert der Vorsitzende der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, Roman Hebenstreit, die Berichte zum Zugunglück in Gerasdorf. Auf jeden Fall müsse geprüft werden, ob systemische oder organisatorische Mängel im System den Unfallhergang begünstigt hätten, betont der ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzende.
Wenngleich die Kollision vergleichsweise glimpflich ausgegangen sei, gelte es im Zuge einer Untersuchung zu analysieren, wie derartige Unfälle in Zukunft vermieden werden können. "In Italien werden Manager für systemische Mängel zur Verantwortung gezogen, in Österreich gibt es da noch ein gewisses Privileg der Sorglosigkeit, was nicht länger hinnehmbar ist", sagt Hebenstreit mit einem Verweis auf die richtungsweisenden Urteile im Zusammenhang mit der Eisenbahnkatastrophe im italienischen Viareggio: Die schadhaften Wagen dieses Unglückszuges gefährdeten bei ihrer Durchfahrt auch in Österreich zahlreiche Menschen, was aber die Staatsanwaltschaft nur bedingt interessiert habe, so der vida-Gewerkschafter.
Für Eisenbahnunfälle sei die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) als funktionell und organisatorisch unabhängige Einrichtung ein wichtiger Ansprechpartner, betont Hebenstreit. Nach zahlreichen Eisenbahnunfällen in der Vergangenheit konnte durch die Untersuchungen der SUB und der daraus resultierenden Sicherheitsempfehlungen eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssicherheit erreicht werden. "Damit in Zukunft so wenige Unfallopfer und Tote wie nur möglich zu beklagen sind, muss es schließlich unser Ziel sein, aus den Untersuchungsergebnissen dauerhaft die Regeln zur Aufrechterhaltung und Hebung der Sicherheit weiterzuentwickeln. Diesen vernünftigen Weg gilt es unbedingt weiter fortzusetzen", bekräftigt der vida-Vorsitzende (Pressemeldung Gewerkschaft vida, 23.03.17).

RechteckSchweiz: SBB hat Ziele des Bundesrates insgesamt erreicht
An seiner Sitzung vom 22. März 2017 hat der Bundesrat die Berichte über die Erreichung der strategischen Ziele der bundesnahen Unternehmen SBB, Post und Swisscom im Geschäftsjahr 2016 zuhanden der parlamentarischen Aufsichtskommissionen verabschiedet. Die Post und die Swisscom haben die strategischen Ziele erfüllt, die SBB hat sie insgesamt erreicht. Bei der SBB bleibt insbesondere die finanzielle Lage herausfordernd.
Nach schwierigen Vorjahren fällt die Leistungsbilanz der SBB dieses Jahr wieder besser aus. Gut sind die Leistungsausweise von Immobilien und Personenverkehr. Die Verkehrsleistung im Personenverkehr ist weiter gewachsen: Der Regionalverkehr wuchs mit 4,0% (Vorjahr 2,8%) stärker als der Fernverkehr mit 1,5% (Vorjahr 1,5%). In beiden Segmenten nahm die Nachfrage in den Nebenverkehrszeiten stärker zu als in den Hauptverkehrszeiten. Bei der Pünktlichkeit der Züge und bei der Kundenzufriedenheit ist eine Zunahme auf hohem Niveau festzustellen. Im Infrastrukturbereich erforderten Betrieb und Erhalt der stark belasteten Infrastruktur erneut zusätzliche, durch die Leistungsvereinbarung 2013-2016 nicht gedeckte Unterhaltsarbeiten. Dies führte zu einem negativen Jahresergebnis von Infrastruktur Netz (-123 Mio. CHF). SBB Cargo ist dank höherer Verkehrsleistung sowie Effizienzsteigerungen in die Gewinnzone zurückgekehrt: Das Jahresergebnis betrug 1 Mio. CHF (Vorjahr -22 Mio. CHF).
Die finanzielle Lage bleibt trotz einem Anstieg des Konzerngewinns auf 381 Mio. CHF (Vorjahr 246 Mio. CHF) herausfordernd. Die verzinsliche Nettoverschuldung stieg vor allem wegen dem Arbeitgebereinschuss zur Stabilisierung der Pensionskasse um 543 Mio. CHF auf 8,8 Mia. CHF und erreichte das 7,3-fache des EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen). Der Bundesrat erwartet eine Begrenzung der verzinslichen Nettoverschuldung auf das 6,5-fache des EBITDA.
Die personellen Ziele wurden erreicht. Die Ergebnisse der Personalumfrage sind besser als im Stimmungsbarometer vom Vorjahr. Die Zufriedenheit des Personals stieg von 64 auf 66 Punkte (Pressemeldung UVEK, 23.03.17).

RechteckSchweiz: Verkehrskommission des Nationalrates will Verpflichtungskredit erhöhen
Die Verkehrskommission des Nationalrates unterstreicht die Bedeutung des regionalen Personenverkehrs auf der Schiene. Mit knapper Mehrheit schliesst sie sich dem Entscheid des Ständerates an, den Verpflichtungskredit um 144.4 Millionen auf insgesamt 4104 Millionen Franken zu erhöhen.
​Der Bundesrat beantragt dem Parlament mit der Botschaft 16.080 Regionaler Personenverkehr 2018-2021. Verpflichtungskredit die Planungssicherheit für alle beteiligten Akteure im Regionalen Personenverkehr zu erhöhen, um diesen so zu stärken. Der Bundesrat beantragt deshalb mittels einer Gesetzesänderung den Bundesbeitrag an die Verbundaufgabe RPV mit einem vierjährigen Verpflichtungskredit zu sprechen. Für die Jahre 2018 bis 2021 sieht der Bundesrat einen Betrag von 3959.6 Millionen Franken vor. Der Ständerat hat diesen Kredit in der Frühjahrssession auf Wunsch der Kantone und der Bahnunternehmen nochmals um 144.4 Millionen Franken auf 4104 Millionen erhöht. Mit 13 zu 12 Stimmen beantragt die Kommission ihrem Rat, dem Ständerat zu folgen.
Nachdem die Infrastruktur ausgebaut wurde, sollen nun die Kantone und Bahnunternehmen das Angebot entsprechend ausbauen können. Die Minderheit der Kommission lehnt eine zusätzliche Erhöhung des Kredites ab. Wie der Bundesrat erinnert sie an das finanzielle Umfeld auf Bundesebene. In der Gesamtabstimmung hat sich die Kommission mit 16 zu 8 bei 1 Enthaltung (Vorlage 1) bzw. 16 zu 9 Stimmen (Vorlage 2) für das Geschäft ausgesprochen. Es wird voraussichtlich in der Sondersession Anfang Mai im Nationalrat behandelt werden.
Mit 16 zu 4 Stimmen bei 5 Enthaltungen hat die Kommission beschlossen, eine Motion einzureichen, welche den Bundesrat beauftragt, den SBB für die Schliessung von Dritt-Verkaufsstellen ein Moratorium bis 2020 aufzuerlegen: 17.3258 Moratorium beim Service-Abbau der SBB-Drittverkaufsstellen.
Weiter hat sich die Kommission mit der Thematik des Mobility Pricing befasst. Ende Juni 2016 hat der Bundesrat einen Konzeptbericht vorgelegt, der Ansätze zur Lösung von Verkehrsproblemen für Strasse und Schiene in der Schweiz enthält und als Grundlage für eine politische Diskussion zu Mobility Pricing dienen soll. Obwohl die Meinungen zum Mobility Pricing in der KVF auseinander gehen, sind sich die Kommissionsmitglieder darin einig, dass es vertiefte Informationen braucht, um das Konzept umfänglich beurteilen zu können. Die Kommission hat daher die Verwaltung beauftragt, ihr darzulegen, wie die verkehrsträgerübergreifenden Pilotprojekte konkret ausgestaltet werden sollen. Unter anderem sind folgende Kriterien zu prüfen: Erfassung sämtlicher Verkehrsträger, Zeithorizont, Umsetzungsperimeter, Investitionskosten und Finanzierungssystem, Haushaltsneutralität, Datenschutz und Verfassungsmässigkeit. Ausserdem soll erörtert werden, wie diese Versuche mit freiwillig Teilnehmenden durchgeführt werden könnten. Dabei ist ein Vorgehen in Teilschritten zu prüfen und die mit der Annahme der NAF-Vorlage geschaffene Option für die Einführung einer Abgabe für Elektrofahrzeuge könnte als konkreter Teilschritt genutzt werden. Die Verwaltung wird die zusätzlichen Informationen bis im Juli 2019 bereitstellen und die Kommission wird das Thema nach Vorliegen des Zusatzberichtes wieder aufgreifen.
Mit 22 zu 1 Stimmen beantragt die Kommission ihrem Rat, der kantonalen Initiative. Genf. Für Pilotversuche zur Einführung einer Innenstadtmaut (15.322 s) keine Folge zu geben. Die Kommission weist darauf hin, dass der Kanton Genf an dem vom Bundesrat geplanten Pilotversuch teilnehmen kann und daher keine weiteren Massnahmen zugunsten eines einzelnen Kantons nötig sind (Pressemeldung Kommissionen für Verkehr und Fernmeldewesen, 23.03.17).

RechteckTchechien: Sperrung der Strecke nach Moldava

Seit 15. März bis auf weiteres (mindestens bis zum Alibi-Termin Dezember 2017) ist die Strecke Osek město (Ossegg Stadt) - Moldava (Moldau, Erzgebirge) aus technischen Gründen gesperrt. Es handelt sich hierbei um die nächste Alibi-Sperrung einer Strecke im Kreis Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe).
Aus technischen Gründen wurde im Kreis Aussig schon die Strecke Děčín (Bodenbach) - Teplice Lesní brána (Teplitz Waldtor) gesperrt. Erdrutsche führten auch zur Sperrung der Strecke Lovosice (Lobositz) - Radejčín (Radzein).
Ich fuhr am 13. Februar nach Moldava, die Fotos aus dem Zugfenster im Bhf Hrob (Klostergrab) und aus Moldava bei Nebel sind jetzt Vergangenhait. Wir können nur hoffen (Martin Kubík, 23.03.17).

Afrika

RechteckMali/Senegal: Gewerkschaft fordert Rücktritt der Führung der Dakar-Bamako Ferroviaire
Die Angestellten der Eisenbahngesellschaft Dakar-Bamako Ferroviaire, fordern den Rücktritt des gesamten Managements. 425 von 536 Mitarbeitern in Mali haben Mitte März eine Petition unterzeichnet, in der dem Management Inkompetenz in der Führung eines Eisenbahnunternehmens vorgeworfen wird.
Der Verkehr auf der Bahn sei Gewerkschaftskreisen zufolge infolge fehlender technischer und finanzieller Mittel fast zum Erliegen gekommen. So sei die Anzahl der betriebsfähigen Lokomotiven von 22 im Jahr 2003 auf 3 im Dezember 2016 und inzwischen nur noch eine gesunken und das von der Regierung Mali bereit gestellte Budget 2017 sei schon durch teilweise nicht vollendete Projekte aufgebraucht.
Mit ein oder zwei Maschinen könne man nicht genug Einnahmen erwirtschaften, um einen Personalbestand von 536 Eisenbahnern in Mali und 677 im Senegal zu beschäftigen. Stattdessen sei das Management um 11 Regionalchefs und 25 Betriebsleiter aufgestockt worden.
Die Eisenbahn Dakar – Bamako durchlief mehrere Umstrukturierungen. Im Jahr 2003 hatte Transrail, seit 2006 eine 51-prozentige Tochter der französischen Gruppe Advens, die Konzession zum Betrieb erhalten. Im Dezember 2014 wurde ein Umstrukturierungsplan verabschiedet, der auch die Unterstützung der Gewerkschaften fand. Im Dezember 2015 wurde die Dakar Bamako Ferroviaire gegründet, die seitdem von Generaldirektor Gabriel Sambou geleitet wird (WKZ, Quelle Mali Actu, 23.03.17).

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